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Acht chinesische Jugendliche in Braunschweig zu Besuch

„Hallo, mein Name ist Runyi Zhu. Ich komme aus China. Gehst du gern ins Kino?“ Nicht nur Jugendliche aus Deutschland zieht es während ihrer Schulzeit immer öfter für eine längere Zeit ins Ausland. Gleichzeitig entscheiden sich auch vermehrt Jugendliche aus aller Welt nach Deutschland zu kommen, um hier für ein Jahr bei einer Gastfamilie zu leben und eine deutsche Schule zu besuchen. Drei Wochen lang haben sich acht chinesische Jugendliche in Braunschweig im Kinder- und Jugendzentrum Mühle auf ihr Austauschjahr in Deutschland vorbereitet und währenddessen bei Braunschweiger Gastfamilien gelebt.


Warum sie sich dazu entschlossen haben ein Auslandsjahr in Deutschland zu verbringen? Die Motive der chinesischen Jugendlichen sind unterschiedlich - eine komplett andere Kultur kennenlernen, selbständiger werden oder einfach nur Deutsch lernen, nennen sie. Und der 16-Jährige Runyuan Yin erklärt: „Ich würde gerne dieses Land besser verstehen lernen, das industriell hoch entwickelten ist und gleichzeitig auch sehr viel für den Umweltschutz tut.“

Angekommen sind die chinesischen 15-17 Jährigen in Braunschweig ohne jegliche deutsche Sprachkenntnisse. Nach drei Wochen Intensivsprachkurs können die Schüler schon über ihre Hobbys erzählen und einfache Alltagsgespräche verstehen. Deutsch zu lernen ist nicht einfach - das haben die acht bereits festgestellt. Trotzdem sind sie weiter motiviert und sammeln auch außerhalb des Unterrichts fleißig deutsche Wörter, die ihnen im Alltag begegnen – beispielsweise Prost, Waschmaschine und Heißluftballon.
„Mein deutsches Lieblingswort ist lecker“, meint Zifei Lai und ihre Freundin Chenyu Su fügt hinzu „Brötchen mit Nutella. Das ist sehr lecker. Es wird in meiner deutschen Familie nur am Wochenende gegessen.“

Im Anschluss an vier Stunden Sprachkurs täglich stehen auch noch zwei Stunden Orientierungsunterricht für die Schüler auf dem Stundenplan. Wie kann ich in Deutschland Freunde finden? Wie sieht der Alltag an einer deutschen Schule aus? – das interessiert die Jugendlichen besonders. Aber auch über deutsche Geschichte und die anstehenden Bundestagswahlen wird gemeinsam diskutiert.

Was denken die jungen Menschen, die in Millionen-Metropolen in China aufgewachsen sind, über Braunschweig? Braunschweig ist eine sehr schöne Stadt – das finden alle. Besonders beeindruckt sind viele vom historischen Stadtkern. „Die Luft hier ist gut und die Menschen alle sehr nett“, hat Zifei Lai außerdem beobachtet. Zihou Yin mag das gemütliche Leben in Braunschweig. „Es ist nicht so hektisch“, meint er. Inzwischen sind die Schülerinnen und Schüler in ihre Jahresfamilien auf verschiedene Orte aufgeteilt worden und werden nun den Alltag in einer deutschen Schule kennenlernen.

Organisiert wird der einjährige Schüleraustausch von der gemeinnützigen Organisation Youth for Understanding e.V. (YFU). YFU möchte durch Schüleraustausche interkulturelle Verständigung persönlich greifbar machen. Als Gastfamilie hat man die Möglichkeit eine andere Kultur in seinen eigenen vier Wänden kennenzulernen und oft auch seine eigenen Lebensgewohnheiten aus einem neuen Winkel zu sehen.

In Braunschweig vor Ort waren in diesem Jahr Franziska Niese und Sissi Jia verantwortlich für die Organisation des Vorbereitungskurs für die chinesischen Schüler. Beide sind seit ihrem eigenen Austauschjahr vor vielen Jahren ehrenamtlich bei YFU aktiv. „Besonders dankbar sind wir all den wunderbaren Familien, die für drei Wochen ihre Türen geöffnet und die Gastschüler so herzlich willkommen geheißen haben!“, sind sie sich einig.
Wer Interesse hat, einen Jugendlichen für einen gewissen Zeitraum aufzunehmen oder selbst an einem Schüleraustausch interessiert ist, kann sich unter www.yfu.de oder 040/22 70 02 0 informieren. Es werden ganzjährig Gastfamilien für längere und kurzzeitige Aufnahmen gesucht.

Autorin: Linda Förster
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