Anzeige

Zweiter Unfall in vier Tagen

Slalom fahren auf dem Brodweg: Auf der Straße wechselseitig gekennzeichnete Parkflächen zwingen wegen des Gegenverkehrs immer wieder zum Stoppen. Weil Autofahrer die haltenden oder parkenden Fahrzeuge zu spät gesehen haben, kam es jetzt zu zwei schweren Auffahrunfällen. T.A.

Polizei kritisiert Situation auf dem Brodweg.

Von Marion Korth, 23.02.2016.

Braunschweig. Endlich Ruhe am Brodweg, das war das Ziel der Umgestaltung gewesen. Gestern jedoch meldete die Polizei den zweiten Auffahrunfall innerhalb weniger Tage. Statt die Situation zu entschärfen, scheinen die auf der Straße gekennzeichneten Parkplätze inklusive der darauf parkenden Fahrzeuge neue Gefahrenpunkte zu schaffen. „Uns macht der Brodweg Sorgen“, sagt Ines Fricke, Verkehrssicherheitsberaterin der Polizei Braunschweig, unumwunden.

Mit zwei Auffahrunfällen in Folge ist der Brodweg statistisch gesehen noch keine „Unfallhäufungsstelle“, aber auch die Stadtverwaltung will nicht so lange warten, bis er zu einer geworden ist. Eine Messung soll zeigen, mit welchen Geschwindigkeiten auf dem Brodweg gefahren wird. Danach werde sich zeigen, ob weiterer Handlungsbedarf besteht.
Auch die Polizei will die Situation im Auge behalten. Pressesprecher Wolfgang Klages sagte, dass nach den beiden Unfällen ein Blick in die Statistik zeigen soll, ob es noch weitere Ereignisse auf dem Brodweg gab, die bislang nicht im Zusammenhang gesehen worden sind.

„Die Stadtverwaltung wird mit einem sogenannten Seitenstrahlradar ein Geschwindigkeitsprofil des Brodwegs erstellen“, teilt Pressesprecher Rainer Keunecke auf Anfrage mit. Ein Seitenstrahlradar sei ein Radargerät, das nicht „blitzt“, sondern die Geschwindigkeit aller vorbeikommenden Fahrzeuge misst. Außerdem werde die Verwaltung mit der Polizei Kontakt aufnehmen, um die genauen Umstände der Unfälle zu ermitteln und zu klären, ob weiterer Handlungsbedarf besteht.

Ines Fricke und ihren Kollegen Michael Schlutow wird diese Nachricht freuen, „mit Bauchschmerzen“ denken sie an den nahenden Sommer und die dann zahlreicher werdenden Radfahrer, die gezwungen sind, auf der Straße und ebenfalls an den seitlich parkenden Autos vorbeizufahren. „Wir beobachten schon jetzt häufig, dass sie von überholenden Fahrzeugen geschnitten werden“, sagt Ines Fricke.

Parkflächen zu lang

„Zu Stoßzeiten ist der Brodweg kaum zu bewältigen“, sagt Polizeipressesprecher Wolfgang Klages. Die jetzige Lösung mit den Parkplätzen am Fahrbahnrand ist in seinen Augen „unglücklich“. Er nennt zwei Problempunkte: einmal gleich hinter der Einmündung von der Helmstedter Straße her, wo auf der rechten Fahrbahnseite eine Parkfläche und dann eine Querungshilfe kommen. Wer wegen des entgegenkommenden Verkehrs hier hält, blockiert die Straße für weitere einfahrende Autos, die das Hindernis nicht gleich erkennen können. Im weiteren Verlauf sei die Länge der Parkflächen das Problem. Es sei schwer einzuschätzen, ob die Zeit reicht und die Lücke im Gegenverkehr groß genug ist, um in angepasster Geschwindigkeit an der Reihe vorbeizukommen. Im Feierabendverkehr gelingt das nicht. Die Folge: Lange Rückstaus auf beiden Seiten, und niemand weiß, wer nun zuerst die parkenden Fahrzeuge passieren darf.

„Typisch für Situation“

Die beiden Auffahrunfälle am vergangenen Donnerstag und jetzt am Montag seien typisch für die Situation am Brodweg, sagt Klages. Im ersten Fall war ein 75-Jähriger frontal in einen am Straßenrand stehenden Wagen gefahren und schwer verletzt worden. Am Montag war eine 47-jährige Autofahrerin verletzt worden. Sie hatte wegen eines der parkenden Autos halten müssen, eine
46-Jährige hatte das zu spät bemerkt und war aufgefahren.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.