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Wenig Vertrauen in Bio aus Supermarkt

Studie: Produkte direkt vom Erzeuger kommen bei den meisten Befragten am besten an.

Braunschweig, 29.12.2015.

Das Vertrauen der Verbraucher in die Bioprodukte der Supermärkte und Discounter und die damit verbundene Zahlungsbereitschaft sind nicht groß. Das zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Dr. Grieger & Cie. Die existierenden Bio-Siegel könnten das Vertrauen nur dann stärken, wenn die Bedeutungsinhalte bekannt sind.

In der Umfrage wurden Aspekte wie Einstellungen, Ernährungsgewohnheiten, Einkaufsverhalten bei (Bio-)Lebensmitteln, Kaufmotive für Bio-Produkte, Kenntnis und Vertrauen in Bio-Siegel sowie die Zahlungsbereitschaft bei herkömmlichen Lebensmitteln und bei Bio-Lebensmitteln untersucht.
Neun von zehn Verbrauchern kaufen bereits Bio-Lebensmittel. Drei Viertel der Befragten schenken ihr Vertrauen solchen Bio-Lebensmitteln, die sie direkt vom Erzeuger beziehen, also dem Hofladen oder Landwirt in ihrer Nähe. Es folgen die „typischen“ Anbieter von Bio-Lebensmitteln wie Bioladen, Bio-Supermarkt, Wochenmarkt und Reformhaus. Die Supermärkte, Discounter und Online-Händler genießen bei den Verbrauchern das geringste Vertrauen und landen auf den letzten Plätzen. Dabei sind es neben „Alnatura“ gerade die Bio-Eigenmarken „Rewe Bio“ und „Edeka Bio“, die den Befragten am bekanntesten sind. Rewe und Edeka sind zudem die Supermärkte, die am ehesten mit Bio-Produkten assoziiert werden.
Das geringe Vertrauen spiegelt sich in der Zahlungsbereitschaft wider: In der Studie wurde diese exemplarisch für verschiedene Bio-Lebensmittel eruiert. Das fehlende Vertrauen und die geringe Zahlungsbereitschaft der Verbraucher ließen vermuten, dass es Supermärkte und Discounter trotz ihrer Bio-Eigenmarken nicht schaffen würden, ein authentisches Bio-Image aufzubauen.
Abhilfe und somit Kaufanreize schaffen könnte mehr Transparenz in Bezug auf Herstellung und Inhaltsstoffe von Lebensmitteln: Über drei Viertel der Verbraucher wünschen sich eine klare und übersichtliche Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln. Allerdings weiß mehr als die Hälfte nicht, woran sie erkennen kann, ob ein Produkt Bio-Qualität besitzt. Das „Deutsche Staatliche Bio Siegel“ sowie das Logo des Anbauverbandes „Bioland“ sind die dem Namen oder dem Bild nach bekanntesten Siegel.


Fakten und Infos

• Deutsche Schlachthöfe haben im ersten Halbjahr 2015 so viel Fleisch erzeugt wie noch nie. Die Menge wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf 4,07 Millionen Tonnen Fleisch. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

• 60 Prozent unserer landwirtschaftlichen Nutzfläche werden als Weide oder zum Abbau von Viehfutter genutzt. (Quelle: Bundesumweltministerium)

• Rund 800 Millionen Menschen leiden weltweit an Hunger. (Bericht der Welternährungsorganisation FAO)

• Anfang 2015 veröffentlichte der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMEL) ein Gutachten mit dem Titel „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“.
Darin fordern die Wissenschaftler nicht nur eine entschiedene Wende bei der Nutztierhaltung, sondern auch – vor allem mit Blick auf die Welternährung, die Umwelt und die Gesundheit – „eine neue Kultur des Konsums“.
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3 Kommentare
685
Horst Schmid aus Braunschweig - Innenstadt | 03.01.2016 | 17:18  
685
Horst Schmid aus Braunschweig - Innenstadt | 19.01.2016 | 15:33  
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Horst Schmid aus Braunschweig - Innenstadt | 19.01.2016 | 15:33  
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