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Weich, hart, kratzig: Babys auf Entdeckungsreise

Babys auf Entdeckungsreise: Eine Pekip-Gruppe im Haus der Familie. Foto: Thomas Ammerpohl

Zu Besuch in einem Pekip-Kursus im Haus der Familie.

Von Birgit Leute, 05.02.2014.

Braunschweig. Für Biarne ist die Welt in Ordnung: Energisch robbt er im grüngeringelten Body über den Boden, stopft sich mit Begeisterung einen blauen Badeschwamm in den Mund. Ortstermin in einer Pekip-Gruppe.

Pekip – das steht für Prager-Eltern-Kind-Programm. Ein etwas sperriger Begriff für ein Gruppenangebot, bei dem Kleinkinder bis zu einem Jahr die Welt mit allen Sinnen entdecken können.
Im Haus der Familie, eine Tochter der Volkshochschule, werden Pekip-Kurse schon seit mehr als 20 Jahren angeboten. Die Kursleiter sind „alte Hasen“ auf dem Gebiet, steuern die quirlige Truppe unmerklich, aber bestimmt aus dem Hintergrund. „Schwingende Sachen sind schwer zu greifen. Legt eure Kinder über ein Bein und stützt sie ab“, gibt Petra Baumgarte heute Tipps für ein neues Spiel: Von der Decke hängen zwei Schnüre, an denen ein Fell und ein Luffaschwamm baumeln. Biarne, gerade sechs Monate alt, befingert als Erster die unterschiedlichen Materialien, die – und das will ein Pekip-Kursus auch vermitteln – in jeder Küche und im jedem Badezimmer zu finden sind.
Sein Kind zu beobachten, seine Sprache zu verstehen und die Bindung zu verstärken – darauf kommt es im Pekip-Kursus auch an. „Wann öffnet sich das Kind für ein Spiel, wann wendet es sich ab, weil es vielleicht Hunger hat, müde ist – das sind Signale, die Eltern helfen, ein Wesen zu verstehen, dass noch keine Sprache hat“, erläutert Brigitta Feulner, zuständig für das frühkindliche Programm im Haus der Familie.
Die Eltern lernen auch, Geduld zu haben. „Nicht, was die anderen Kindern können, ist wichtig, sondern das, was das eigene Kind anbietet“, sagt Baumgarte. Manchmal muss die Diplom-Sozialpädagogin auch bremsen. Heute ist es der kleine Lars, der zu schnell zu viel will. Immer wieder möchte der junge Mann stehen. Früh für ein Kleinkind von sieben Monaten, das die Dinge erst einmal in Ruhe auf „Augenhöhe“ entdecken soll. Mit einem kleinen Reiskissen lenkt Baumgarte seine Aufmerksamkeit zurück auf die Erde.
Für Petra Pfeifer, die Mutter von Biarne, sind Pekip-Kurse eine gute Einrichtung. Bereits mit ihrem ersten Sohn hat sie einen Vormittag in der Woche in dem gemütlichen, warmen Zimmer mit den roten Gummimatten verbracht. Neben der Zeit für sich und ihr Kind schätzt sie den Austausch mit anderen Müttern. „Das Gespräch hilft, Dinge noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, zu wissen, da sind Mütter, die gerade das gleiche erleben wie ich.“
Mehr zu den Kursen des Hauses der Familie im Internet unter www.hdf-braunschweig.de . In diesem Semester wird erstmals ein Elterntreffpunkt am Nachmittag angeboten, bei dem Erziehungsthemen zur Sprache kommen. Die drei Termine sind kostenlos. Infos zum Inhalt und den Terminen gibt es ebenfalls unter der Web-Adresse.
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