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Viele Klicks für mehr Klarheit

Neues Verbraucherportal wurde in dieser Woche freigeschaltet – Überschaubar und verständlich.

Von Marion Korth, 24.07.2011

Braunschweig. Erdbeerjoghurt, in dem kaum Erdbeeren sind, Zutatenlisten, die nur der Lebensmittelchemiker versteht, große Verpackungen mit wenig Inhalt: Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch gut, und wer genau wissen will, was er eigentlich isst, der stand bislang ziemlich allein da. Das Internetportal „Lebensmittelklarheit“ will aufklären.

Die Lebensmittelbranche ist wütend, fühlt sich öffentlich „an den Pranger“ gestellt. Trotzdem wurde das neue Verbraucherportal am Mittwoch freigeschaltet – mit überragender Resonanz. Das waren eindeutig zu viele „Klicks“: 20 000 Zugriffe in der Sekunde, da gingen zunächst einmal die Server in die Knie. Aber seitdem ist alles bestens, zumindestens aus Verbrauchersicht.
Die Verbraucherzentralen haben das Konzept für das Portal erstellt, finanziell wird es vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Wer sich durch Kennzeichnung oder Aufmachung von Lebensmitteln getäuscht sieht, kann sich „beschweren“, die Meldungen werden überprüft, die Hersteller um eine Stellungnahme gebeten und die Ergebnisse der Recherche veröffentlicht. Darüber hinaus finden sich auf den Seiten Antworten auf häufig gestellte Fragen, Informationen über Zutaten und Zusatzstoffe sowie aktuelle Meldungen. Zum Beispiel über die „Country Chicken“ von Iglo mit „100 Prozent marinierter Hähnchenbrust“ – allerdings handelt es sich nicht um ein gewachsenes Bruststück. Das Produkt soll nach Herstellerangaben in Kürze vom Markt genommen werden.
Nachdem bekannt geworden war, dass namhafte Markenhersteller ihren Kaffee mit Maltodextrin „strecken“, hat einer umgeschwenkt: „Onko Der Harmonische klassisch nun wieder 100 Prozent Kaffee“ wird im Portal unter der Rubrik „geändert“ veröffentlicht.
Der erste Blick auf das Portal hält jedenfalls, was die Adresse www.lebensmittelklarheit.de verspricht: Die Seiten sind nicht überfrachtet, Aufbau und Gestaltung überschaubar. Selbst Internetanfänger werden sich leicht zurechtfinden. Auch die Meldung von Produkten ist kinderleicht, allerdings sollten Verbraucher ihre Digitalkamera stets zur Hand haben, um „Beweisfotos“ mitschicken zu können. Ein bisschen „Detektivarbeit“ gehört also dazu.
„Das Portal steht für umfassende Verbraucherinformation und mehr Transparenz. Es wird auch hilfreich sein, um zu erfahren, wo die Verbraucher der Schuh drückt und wo gegebenenfalls Regelungen angepasst werden müssen. Mit dem Portal wollen wir gezielt die Information der Bürger verbessern und eine Diskussion anstoßen über bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln“, sagte Bundesministerin Ilse Aigner.
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