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Truthahn und Böller: Weihnachten auf Türkisch

Ishak Demirbag: „Der Austausch der Kulturen ist selbstverständlich“.

Von Birgit Leute, 22.12.2013.

Moment mal – die Türkei und Weihnachtstraditionen? Da kann doch was nicht stimmen. Doch, es kann und Ishak Demirbag, Braunschweiger mit türkischen Wurzeln, erklärt auch, warum.

„Viele halten die Türkei für einen rein muslimischen Staat, doch das ist keineswegs so. Es gibt zum Beispiel mit den Armeniern, den Griechisch-Orthodoxen oder den Aramäern eine recht bunte christliche Minderheit.“
Vor allem in Städten wie Istanbul, Izmir, Mardin oder Antiochia hätte dieses Mit- und Nebeneinander über die Jahrhunderte zum Austausch der Kulturen und Traditionen geführt. „Ob Sie es glauben oder nicht: Inzwischen steht in jedem zehnten Vorgarten der Türkei ein beleuchteter Tannenbaum“, erzählt Ishak schmunzelnd.
Das Weihnachtsfest, das für die orthodoxen Christen ja eigentlich erst am 6. Januar stattfindet, wird in der Türkei zusammen mit dem muslimischen Neujahrsfest gefeiert. Am letzten Tag des Jahres werden Geschenke ausgetauscht, bunte Hüte aufgesetzt und ein riesiger Truthahn verspeist, der mit „Ic Pilav“ einer orientalischen Reismischung gefüllt ist. Dazu gibt es als Vorspeise eine türkische Linsensuppe und jede Menge hochprozentigen Raki. Ein solches Familiengelage kann Stunden dauern und der Höhepunkt sind – wie könnte es anders sein – laute Böller und Raketen um Mitternacht.

Gefüllter Truthahn (4 Personen)

Zutaten:

1 Truthahn (ca. 3 Kilo)

Für die Füllung:

250g Reis (Patnareis)
50 g Korinthen
1 große Tomate
40g Butter
50g Pinienkerne
¾ Liter Hühnerbrühe
Pfeffer, frisch gemahlen
½ TL Piment, gemahlen
1 Msp Zimt, gemahlen
1 Prise Kreuzkümmel, gemahlen
Salz

Den Reis in einem Sieb kalt abbrausen und abtropfen lassen. Die Korinthen in Wasser einweichen. Die Tomaten kochend heiß mit Wasser überbrühen und häuten. Tomaten halbieren und die Hälften würfeln. Die Hühnerleber kurz kalt waschen und trockentupfen. Die Lebern von Sehnen und Häutchen befreien und in Würfel schneiden.

Die Butter in einem Topf erhitzen. Die Leberwürfel darin anbraten. Herausnehmen und beiseite stellen. Die Tomatenwürfel in der Butter anschmoren, die Pinienkerne dazugeben. Die Brühe angießen und alles zum Kochen bringen. Den Reis unterrühren. Mit Pfeffer, Piment, Zimt sowie Kreuzkümmel würzen, dann salzen. Alles aufkochen lassen und die Hühnerleber vorsichtig unterheben.

Das Gericht in etwa 20 Minuten bei schwacher Hitze zugedeckt garen. Den Topf von der Kochstelle nehmen und zwischen Topf und Deckel eine doppelte Lage Küchenpapier legen, damit der Dampf davon aufgesaugt wird und der Reis schön trocknet.

Den Truthahn säubern, innen und außen mit Zitronensaft einreiben und mit der Reismischung füllen.
Mit Nadel u. Faden zunähen, mit Salz und Pfeffer einreiben und mit Butter bestreichen. Die Backzeit beträgt bei einem 3kg Puter ungefähr 3 Stunden bei 200 Grad.
Ein Tipp: Von Zeit zu Zeit den Puter mit dem Bratensaft übergießen.
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