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Traumberuf statt Hürdenlauf

Jobcenter Braunschweig: Erfolgreich bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit.

Von Birgit Leute, 07.08.2013

Braunschweig. Florian Rupp kann wieder lachen. Für den 23-Jährigen war der Start ins Berufsleben eher ein Hürdenlauf. Dank des Jobcenters beginnt er jetzt eine Ausbildung – in seinem Traumberuf.

„Schwer vermittelbar“ – so nennt das Jobcenter die Jugendlichen, die auf dem Weg zwischen Schule und Beruf ins „Aus“ katapultiert werden. Gründe dafür gibt es viele: Ein schlechter Schulabschluss zum Beispiel, eine abgebrochene Ausbildung oder das Abrutschen in die Kriminalität. „Leute mit einem solchen Lebenslauf werden von den Personalchefs sofort aussortiert“, weiß Jörg Hornburg, Leiter des Jobcenters Braunschweig.
Florian Rupp kann ein Lied davon singen: „Rund 80 Mal habe ich mich als Koch beworben, doch als es nur Absagen hagelte, habe ich notgedrungen eine Ausbildung zum Elektriker gemacht.“ Keine gute Wahl: Schon nach kurzem merkte der heute 23-Jährige, dass der Job ihm nicht lag. „Inzwischen war ich auch Vater geworden und die Chance, eine Stelle zu finden, wurde immer schwieriger.“
Geholfen hat ihm der besondere Vermittlungsansatz des Jobcenters Braunschweig, mit dem die Behörde bereits seit längerem sehr erfolgreich ist. „Unser Jugendteam versucht, jungen Erwachsenen möglichst frühzeitig ein geeignetes Angebot vorzuschlagen und: Wir arbeiten bewerberorientiert, nicht stellenorientiert“, sagt Hornburg.
Im Klartext heißt das: Es wird nicht der passende Bewerber für eine Stelle gesucht, sondern die passende Stelle für den Bewerber. Viele Gespräche mit Arbeitgebern sind dafür notwendig, und es muss so manches Vorurteil aus der Welt geräumt werden, bis der zukünftige Chef sagt: „Ich wage es.“ Im Jahr 2012 konnte das Team des Jobcenters immerhin 874 Jugendliche auf diese Weise vermitteln. Ein sehr guter Wert. „Im landesweiten Vergleich schneiden wir besser ab als die anderen Jobcenter“, sagt Hornburg mit Blick auf eine Arbeitslosenquote von nur 2,2 Prozent der unter 25-Jährigen.
Auch bei Florian hat es geklappt: Er beginnt nach einem Praktikum im Arcadia-Hotel dort auch seine Lehre als Koch. Steven Weber, ein weiteres Erfolgsbeispiel, hat mit Hilfe des Jobcenters eine Ausbildungsstelle als Straßenbauer gefunden. „Wir bräuchten noch mehr Arbeitgeber, die mutig genug sind, bei unserem Ansatz mitzumachen“, wünscht sich Jobcenterchef Jörg Hornburg.
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