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Tapas-Abende auf der Sonnenterrasse

Ein kleiner Teil des insgesamt drei Kilometer langen Stadtstrandes Playa de las Canteras.
 
Wer im Süden der Insel unterwegs ist, sollte zumindest einmal die Dünen erwandert haben. Vorsicht: Der Sand ist heiß.

Las Palmas de Gran Canaria ist pulsierende Großstadt und Quell der Erholung in einem – Eine Woche im Big Fish Hostel.

Von André Pause, 13.03.2015.

Relative Sonnengarantie, blaues Meer und Großstadt, ein wenig Kultur inklusive – dieses Anforderungsprofil hatte ich mir im vergangenen Sommer zusammengeklempnert. Und so wahnsinnig viele Spots, die einen Haken hinter jeden Stichpunkt machen lassen, gibt es gar nicht, möchte man nicht einmal um den halben Erdball dafür fliegen. Las Palmas de Gran Canaria, die größte Stadt der Kanarischen Inseln, ist einer dieser Orte.

Vor einer halben Ewigkeit, 1997 um genau zu sein, war ich schon einmal dort. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, reiste ich damals allerdings nicht konkret in die knapp 400 000 Einwohner zählende Hauptstadt der spanischen Provinz Las Palmas, sondern besuchte meine Tante, die im touristisch hochgradig erschlossenen Südteil der Insel wohnte.
Damals fiel die Tagestemperatur selbst im Januar nicht ein einziges Mal unter 20 Grad. Wie herrlich mag das da erst im Sommer sein, dachte ich nun, und machte mich – da eine Pauschalreise nicht in die Tüte kam – auf die Suche nach einer einfachen schnickschnackbefreiten Unterkunft. Fündig wurde ich schnell mit dem Big Fish Hostel.

Das Haus liegt im nördlichen Stadtviertel Santa Catalina (Calle Sargento Llagas 34), und zum drei Kilometer langen Stadtstrand Playa de las Canteras (jedenfalls ist er so lang, wenn nicht gerade Flut ist) sind es etwa 50 Meter. Schlafplätze gibt es im Big Fish schon ab 14 Euro. Mein verriegelbares Privatgemach mit angeschlossener (allerdings nicht ganz so privater) Sonnenterrasse kostete das Doppelte pro Nacht – aber was reise ich auch alleine ... Das Hostel ist äußerst gepflegt, mit modernen sanitären Einrichtungen, gemütlicher Gemeinschaftsküche und Wlan im gesamten Gebäude. Managerin Viki und ihre Crew sind abends selbst gerne in der Stadt unterwegs, machen Tagesausflüge oder veranstalten Grill- und Tapas-Abende. Insgesamt ein Programm, dem man sich kaum komplett entziehen kann, dies aber auch gar nicht möchte.
Abschalten und Zerstreuung zu finden ist in Las Palmas aber auch im Alleingang einfach. Sprichwörtlich naheliegend sind in meinem Fall natürlich der Weg zum Sonnenbad am meist proppenvollen Strand, ein Spaziergang entlang der Promenade oder ein morgendlicher Strandlauf. Es macht aber auch Spaß, sich die Stadt zu erlaufen. Vom Hafenviertel Santa Catalina bis in die Altstadt („Vegueta“) sind es gut sechs Kilometer (wer die Rappen schonen möchte, steigt in Stadtbus Nummer zwölf und fährt direkt).

Hier bieten unzählige Tapas-Restaurants ihre lukullischen Genüsse an. Die Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander. Hauptplatz ist die Plaza Santa Ana. Direkt hinter der fünfschiffigen Kathedrale Santa Ana, liegt das Casa de Colón. Der Kolonialbau beherbergt das Kolumbus-Museum. In unmittelbarer Nachbarschaft – allerdings schon im Stadtviertel Triana – befinden sich das Theater Pérez Galdos sowie die vom Gabinete Literario und dem Hotel Madrid flankierte Plaza de Cairasco.

Die nördliche Altstadt Triana ist auch das Einkaufsviertel von Las Palmas. Hinter den klassizistischen Fassaden verbergen sich kleine Shops und große Ketten. In den kleinen Seitenstraßen der Calle Mayor laden gemütliche Cafés zum Verweilen ein. Dort ruft mir dann auch ein Plakat des Festival Internacional de Jazz de Canaria zurück ins Gedächtnis, dass Al Jarreau während meines Aufenthalts im Alfredo Kraus Auditorium auftritt. Das Gastspiel des Vokal-Akrobaten ließ ich mir nicht entgehen: der Höhepunkt einer erlebnisreichen zugleich aber auch erholsamen Woche.

Busfahrer auf Gran Canaria sind echte Künstler

Wer dem Trubel der Hauptstadt entfliehen möchte, für den bieten sich traumhaft schöne Ziele im Tagesausflugsbereich. Ein eigenes Auto erleichtert die Sache, aber auch an Bord der Busse des Fahrgastunternehmens Global (www.globalsu.net) ist man gut und sicher unterwegs.

Ein lohnender Trip kann die Fahrt ins bergige Zentrum der Insel sein. Von Las Palmas aus fahren die Linien 303 (bis San Mateo) und 305 (von San Mateo bis Tejeda) auf das Dach der Insel. Die Busfahrer, die die teuflisch schmalen Bergstraßen befahren, sind echte Künstler. Von Tejeda aus lassen sich der Pico de las Nieves und der Roque Nublo – die am höchsten gelegenen Plätze Gran Canarias – erwandern. Aber auch das Bergdorf selbst, mit seinen romantischen Gässchen und Plätzen ist eine Erkundung wert.

Sechs Kilometer lang und zwei Kilometer breit sind die Dünen von Maspalomas. Seit 1987 steht die Landschaft aus angeschwemmtem und zerriebenem Korallen- und Muschelkalk unter Naturschutz. Wer nicht ohnehin den touristisch geprägten Süden der Insel gebucht hat, kommt von Las Palmas aus mit der Linie 30 direkt zum Leuchtturm El Faro, von wo aus es bis zum Strand und den Dünen von Maspalomas nur ein paar Minuten sind. Wer zur Mittags- oder Nachmittagszeit über die Sandhügel laufen möchte, sollte bedenken, dass es unter den Füßen doch sehr heiß werden kann.
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