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„Stellen Sie unbequeme Fragen“

Rund 300 Auszubildende aus der Region nehmen an der vierten Ausgabe des Projekts „Zukunft Bilden“ teil. Foto: T.A.

Vierte Folge des Projekts „Zukunft Bilden“ gestartet: 300 Azubis lesen ein Jahr lang Zeitung.

Von Birgit Leute, 27.10.2013

Braunschweig. Rund 300 Auszubildende werden in den kommenden Monaten wohl regelmäßiger in den Postkasten schauen: Im Zuge des Projekts „Zukunft Bilden“ erhalten sie ein Jahr lang jeden Morgen die Tageszeitung ins Haus.

Das Projekt ist nicht neu. Bereits zum vierten Mal veranstalten das BZV Medienhaus, Volkswagen und die Braunschweigische Landessparkasse die überregionale Initiative, die vor allem eins will: Das Allgemeinwissen, aber auch die Sprach- und Lesekenntnisse von Jugendlichen verbessern.
Als Mittel zum Zweck dient die Tageszeitung. Ein ganzes Jahr lang bekommen die Auszubildenden sie entweder in den Postkasten oder digital als E-Paper. Beim Studium der Seiten lernen sie nicht nur etwas über die lokale Politik, wirtschaftliche Trends und kulturelle Highlights. Sie lernen auch, wie Zeitung gemacht wird, wie Artikel aufgebaut sind, welche Rechte und welche Grenzen Journalisten haben. „Nutzen Sie Ihre Chance, unbequeme Fragen zu stellen, etwas über unser Land zu lernen“, motivierte Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung, die rund 300 Jugendlichen bei der Auftaktveranstaltung im Steigenberger-Hotel.

Dass Zeitunglesen tatsächlich effektiv ist, beweist eine Studie der TU, die während des ersten Projektjahres durchgeführt wurde. Die Azubis schnitten in Tests deutlich besser ab, als Gleichaltrige, die sich nur über das Fernsehen oder das Internet informierten. Den größten Wissenszuwachs erzielten dabei Jugendliche mit den schlechtesten Startbedingungen.
„Eine ganze Reihe von Unternehmen nehmen bereits an dem Projekt teil. Wir würden uns allerdings freuen, wenn noch mehr kleine und mittlere Firmen und vor allem auch Handwerksbetriebe mit von der Partie wären“, wünscht sich Nadine von Wille, Projektleiterin und Redakteurin der Braunschweiger Zeitung.
In der Tat sind für manche Betriebe die Kosten ein Hindernis. In der Regel muss das Jahresabonnement der Tageszeitung nämlich von den Firmen selbst getragen werden. Da das gerade für kleinere Unternehmen manchmal mit Schwierigkeiten verbunden ist, haben die Initiatoren einen Fördertopf gebildet, der von der Bürgerstiftung Braunschweig treuhänderisch verwaltet wird.
Florian Thielebörger, Teilnehmer des dritten Jahrgangs, war von der Erfahrung begeistert: „Selber mal Interviews zu führen, oder einmal das Stasi-Gefängnis von innen kennenzulernen, das war schon eine aufregende Sache.“
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