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Stärker im Kampf gegen Krebs

Prof. Dr. Jürgen Krauter und Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann (v.r.) erläutern (v.re. hinten) dem Aufsichtsratsvorsitzenden Oberbürgermeister Ulrich Markurth, dem Ärztlichen Direktor Dr. Thomas Bartkiewicz, dem Pflegedirektor Ulrich Heller und Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert das Audio-/Videosystem für die Tumorkonferenz. Unterstützt werden sie dabei von Dr. Claudia Dietrich und Monika Herzog (sitzend). Im Hintergrund links ist der Konferenzraum am Standort Salzdahlumer Straße zugeschaltet. Foto: Klinikum

Klinikum Braunschweig einziges zertifiziertes Onkologisches Zentrum in der Region.

Von Marion Korth, 01.04.2016.

Braunschweig. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat das Klinikum Braunschweig zum „Onkologischen Zentrum“ – dem einzigen in der Region – zertifiziert. Für Klinikleitung, Ärzteschaft und Pflegepersonal eine Art Ritterschlag und die fachlich fundierte Bestätigung, dass Diagnose, Therapie und Nachbehandlung krebskranker Patienten in ihrem Haus auf universitärem Niveau und dem neuesten Stand der Wissenschaft stattfinden.

Das Cancer Center Braunschweig steht weniger für einen Ort als vielmehr für interdisziplinäre Netzstrukturen, die die Experten der unterschiedlichen Bereiche einbinden und damit das geballte Fachwissen zum Wohl des Patienten vereinen. „Die Zeit, in der ein Chefarzt allein entscheidet, was die beste Therapie ist, ist lange vorbei“, sagte dazu der Ärztliche Direktor Dr. Thomas Bartkiewicz.

Lebensnerv und Arbeitsplattform in einem ist der Videokonferenzraum, in dem die täglichen Tumorkonferenzen stattfinden. Beim Pressegespräch am Mittwoch war gerade der Kollege in der Salzdahlumer Straße zugeschaltet, gemeinschaftlich werden CT-Bilder und andere Diagnosedaten angeschaut, besprochen und bewertet, tauschen sich Krebsspezialisten und Operateure miteinander aus. Auf fachlicher Ebene werde so lange diskutiert, bis der Fahrplan steht. „Bei uns gibt es ein Konzept, bevor die Behandlung beginnt“, betonte Dr. Wolfgang Hoffmann, Sprecher des Cancer Centers. Chefarzt Dr. Max Reinshagen: „Das ist ein Prozess.“ Mitunter ein schwieriger, die Fälle seien komplex. Vor 20 Jahren wäre eine solche Konferenz verzichtbar gewesen, aus Mangel an Behandlungsmöglichkeiten. Mittlerweile gebe es zahlreiche Ansätze in der Behandlung und vorher in der Diagnostik – die Voraussetzung für eine zielgerichtete, abgestimmte Therapie.

Als feste Partner greifen das Krankenhaus Wolfenbüttel und das HEH auf die Expertise des Klinikums zurück, regelmäßig würden sich zudem niedergelassene Kollegen sowie das Krankenhaus Gifhorn zuschalten. „Hier geht es nicht um Konkurrenz, ganz im Gegenteil“, sagte Ulrich Markurth, Oberbürgermeister und Vorsitzender des Aufsichtsrats. Als Vollversorger setze das Klinikum regionalpolitisch einen Meilenstein, biete sich kleineren Kliniken an, die weder über die personellen noch über die finanziellen Möglichkeiten für solche Strukturen verfügen. Allein für den Videokonferenzraum seien 150 000 Euro investiert worden.

Der Aufbau des Cancer Centers habe bislang nur gekostet, dennoch sei er der richtige Weg. Weil die Behandlungen immer teurer werden, sei die Strategie, Ressourcen nur dort einzusetzen, wo sie sinnvoll seien und keine Mittel zu verplempern, ganz klar. Hoffmann: „Die Zertifizierung verlangt nicht nur eine Struktur, sondern auch Behandlungsergebnisse.“ Diese würden in der Folgezeit beständig überprüft. Die Heilungschance von Brustkrebspatientinnen, die sich innerhalb solcher Zentren behandeln lassen, steige von 85 auf 92 Prozent.
Macht der medizinische Fortschritt Hoffnung im Kampf gegen den Krebs? Chefarzt Dr. Jürgen Krauter spricht von einem Paradigmenwechsel: Weg von den Zytostatika, die auch gesunde Zellen angreifen, hin zu einer zielgerichteten Therapie, die die Schwachstellen des Tumors erkennt und ausnutzt. „Auch in der Immuntherapie gibt es gute Ansätze“, sagte er.
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