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Sprit ist teuer, guter Rat auch

Viele steigen auf öffentliche Verkehrsmittel um.

Von Sascha Senger, 02.05.2012.

Braunschweig. Seit Wochen und Monaten halten sich die Spritpreise auf Rekordniveau. Immer mehr Autofahrer treten auf die Preisbremse und halten nach günstigeren Alternativen Ausschau.

Einen eindeutigen Ansturm auf Alternativen zum Kraftstoff verzeichnet der ADAC allerdings nicht. „Es rüsten zwar immer mehr Pendler auf Autogas um, aber da besteht noch sehr viel Aufklärungsbedarf, vor allem was die Sicherheit betrifft“, erklärt Sabine Schlemmer. Bei dem Wort Gas würden viele an Explosionsgefahr denken, erklärt sie die Vorbehalte.
Ganz klar lässt sich hingen der Trend zum Umsteigen auf Busse und Bahnen erkennen. Die Braunschweiger Verkehrs-AG verzeichnet gerade in den vergangenen Monaten eine kontinuierliche Steigerung im Verkauf, so Julia Retzlaff von der Marketing-Abteilung.
Von einem „verstärkten Kundenandrang“ spricht auch Melanie Kleiner von der Firma Drive-Car-Sharing. Eine mögliche Alternative für Umsteiger auf günstige Kraftstoffe ist Autogas (LPG). Bei einem Preis von 0,78 Euro pro Liter klingt das verlockend. Zunächst muss jedoch investiert werden. Die nB sprach mit dem Experten Ümit Aydin, Mitarbeiter von AutogasDoktor, einer der größten Umrüstwerkstätten für Autogas-Anlagen in Braunschweig.

?Welche Fahrzeuge lassen sich generell auf Autogas umrüsten?

!Autogas (LPG) ist in allen herkömmlichen Ottomotoren (Benziner) problemlos einsetzbar. Der Fahrer kann dann manuell während der Fahrt zwischen Benzin und Autogas umschalten.

?Wie hoch sind die Kosten für eine Umrüstung?

!Die Kosten der Umrüstung belaufen sich auf 1550 bis 2250 Euro, abhängig von der Anlage. Ein Fahrzeug ab Werk mit eingebauter Anlage ist jedoch circa 3000 Euro teurer. Dazu kommt, dass das Fahrzeug mindestens fünf Jahre gefahren werden muss, damit sich die Investition gelohnt hat.

?Bringt Gas Nachteile für die Reichweite des Fahrzeugs?

!Nein, die Reichweite von Autogas liegt je nach Fahrzeugtyp bei 400 bis 500 Kilometern. Jedoch ganz ohne Benzin geht es nicht, denn der Startvorgang eines Fahrzeuges läuft weiterhin mit Benzin, bis der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat. Natürlich muss der Fahrstil jedes Einzelnen berücksichtigt werden.

?Wie hoch ist die Nachfrage, und wie lange sind die Wartezeiten für den Umbau?

!In den vergangenen Jahren hat die Nachfrage der Autogas-Fahrzeuge zugenommen. Die Wartezeiten für den Umbau liegen im Moment bei vier bis sechs Wochen. Hauptgrund der Umrüstung ist der hohe Benzinpreis – meine Kunden wollen sparen.

?Gibt es Nachteile, wenn ich mein Fahrzeug nach dem Umbau auf Gas verkaufen möchte?

!Zum einen besteht die Möglichkeit, die Gasanlage in das neue Fahrzeug zu montieren. Anderfalls haben wir eine Wertsteigerung, denn gut 50 Prozent der Anschaffungskosten der Anlage können beim Fahrzeugverkauf wieder eingespielt werden.

?Wie wirkt sich Gas auf die Umwelt aus?

!Das Autogas ist nahezu schwefelfrei, und das Verbrennen erfolgt fast ohne Ausstoß von Ruß. Daher ist der Kraftstoff besonders umweltfreundlich.

?Wie erfolgt der Einbau der Gasanlage?

!Die Montage erfolgt im Motor– und Kofferraum des Fahrzeuges. Dort wird der für die Autogas-Umrüstung notwendige Gastank meist in die Reserveradmulde unter dem Kofferraum eingebaut. Zusätzlich wird eine Gasbetriebs-Anzeige im Cockpit eingebaut, die den aktuellen Füllstand des Gases anzeigt.

?Gibt es denn ausreichend Tankstellen?

!Derzeit gibt es rund 6300 Autogas-Tankstellen in Deutschland und circa 20 in Braunschweig, Tendenz steigend.

Service: Die möglichen Nachteile
• Mehrverbrauch von zehn bis 20 Prozent gegenüber Benzin
• geringfügige Leistungseinbußen, jedoch kaum wahrnehmbar
• es kann vorkommen, dass das Kofferraumvolumen verringert wird
• bei Umrüstung und Reparatur ist man auf die richtige Werkstatt angewiesen
• die Garantie vom Fahrzeug kann nach dem Einbau erlöschen
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