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Seelische Gesundheit – nicht selbstverständlich

Die Aktionswoche bietet Fachleuten, Angehörigen und Erkrankten ein Forum.

Der Alltag stellt hohe Anforderungen.

Von Marion Korth, 21.10.2017.

Braunschweig. Die Anforderungen in Beruf und Privatleben sind hoch, manchmal zu hoch. Von „Burn out“ ist die Rede, jenem Zustand der „Ausgebranntheit“, wenn nach fortwährendem Galopp gar nichts mehr geht. Der Begriff ist neuer, das Problem dahinter nicht.

„Zahlenmäßig ist das nicht mehr geworden, aber die Namen haben sich geändert. Depressionen und depressive Erkrankungen gab es vorher auch schon“, sagt Edgar Hahn, Geschäftsführer des sozialpsychiatrischen Verbundes der Stadt Braunschweig.
Der Verbund richtet den 10. Niedersächsischen Aktionstag für seelische Gesundheit in Braunschweig aus – nicht mit einer Einzelveranstaltung, sondern einer ganzen Themenwoche. Aus gutem Grund, denn eines ist auffällig: „Die Menschen haben das Gefühl, dass das Leben anstrengender geworden ist.“ Nicht zuletzt, weil sie sich schwertun würden, Unterstützung einzufordern und stattdessen versuchen, alles allein zu schaffen, sagt Hahn.

Die Woche der seelischen Gesundheit – Schirmherr ist Oberbürgermeister Ulrich Markurth – will hier ansetzen, Fachleute zum Austausch einladen, es Menschen einfach machen, sich Hilfe zu holen. „Der Versuch von uns ist aufzuklären und Begegnungsräume zu schaffen“, erläutert Hahn. Zum Beispiel beim „Markt der Möglichkeiten“ am Donnerstag (26. Oktober) ab 14 Uhr im Landesmuseum am Burgplatz, wo sich viele Anbieter von Hilfen vorstellen.

Nach der Auftaktveranstaltung am Montagabend folgen am Dienstag und Mittwoch zwei Veranstaltungen, die Kultur und ernsten Hintergrund locker zusammenbringen:
Dienstag (24. Oktober): „Verdammt irre!“: Gala zur Woche der seelischen Gesundheit von 19.30 bis circa 22.30 Uhr im Roten Saal des Schlosses, wo der Braunschweiger Veranstalter „Pop(p)in Poetry“ einen Poetry Slam der Extraklasse mit Live Musik von Jakob Mayer, thematisch passenden Texten von Slam-Pionier Hauke Truscinski und mit Poetry Clips organisiert.

Mittwoch (25. Oktober): Offener Abend für Angehörige von Suchtkranken von 16.30 bis 19 Uhr beim Lukaswerk im Haus der Diakonie, Peter-Joseph-Krahe-Straße 11.
Filmvorführung im Universum: „Vier Könige“ mit anschließender Diskussion. Vier Teenager werden über die Weihnachtstage in eine Jugendpsychiatrie geschickt, da die Konflikte zu Hause zu eskalieren drohen. Anfangs scheinen sie eine explosive Mischung zu ergeben, doch gemeinsam erleben sie ein Fest, das sie nie vergessen werden.

Freitag (27. Oktober): Wochenendparty von 17.30 bis 21 Uhr in der Kontaktstelle des Vereins Der Weg, Helmstedter Straße 167.
„Hadi tschüss“ – szenische Lesung von Kyra Mevert von 18 bis 20 Uhr in der Kaufbar, Helmstedter Straße 135. Kyra Alena Mevert, Autorin aus Braunschweig, lässt während einer Reise von der Oker an den Bosporus Räume aus Wort, Bild und Klang entstehen. Manchmal bekommt sie dabei auch Besuch. Im ersten Teil widmet sie sich ihrer eigenen Suche nach kultureller Identität.

Donnerstag (2. November): Informationsveranstaltung „Was Sie schon immer über psychische Erkrankungen wissen wollten“ von 18 bis 21 Uhr im BZV-Medienhaus. Ab 17 Uhr können sich Besucher an den Informationsständen umsehen. Sie können Fragen persönlich oder auch anonym schriftlich stellen, die von Experten anschließend beantwortet werden. Im Anschluss besteht die Gelegenheit, bei einem Getränk miteinander zu sprechen.
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