Anzeige

Scham ist kein guter Berater

Professor Dr. Peter Hammerer ist seit zehn Jahren Chefarzt der Klinik für Urologie im Klinikum Braunschweig. Foto: T.A.

Die Urologische Klinik lud gestern zum Infotag – Chefarzt rät Männern ab 45 zum PSA-Test.

Von Christoph Matthies, 04.08.2013

Braunschweig. Platz eins im Focus-Ranking und einen exzellenten Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus: Die Urologische Klinik an der Salzdahlumer Straße gehört bundesweit zur Spitzenklasse. Gestern er-möglichte sie bei einem Infotag anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens tiefere Einblicke.

Nierensteine, Schmerzen der Prostata oder Blasenschwäche sind nicht unbedingt die Probleme, die man auf seiner Facebook-Pinnwand der Weltöffentlichkeit preisgibt. Und das zu Recht. Auf der anderen Seite sei Scham auch kein guter Berater, findet Professor Dr. Peter Hammerer von der Klinik für Urologie und Uroonkologie in Braunschweig. „Viele trauen sich aus Scham nicht einmal, mit ihrem Arzt zu reden“, hat der Experte festgestellt.
Seit zehn Jahren ist Hammerer nun Chefarzt der Klinik, deren 54 Betten im Jahr von knapp 3500 Patienten belegt werden. Unter seiner Leitung hat sich die Reputation der Einrichtung stetig verbessert, aus allen Teilen der Republik, sogar aus dem Ausland reisen Hilfesuchende in die Löwenstadt. Die Gründe dafür sind im gut ausgebildeten Fachpersonal und in der modernen technischen Ausstattung zu finden.
„Manche denken, Urologie beträfe nur Männer ab 80“, ist sich Hammerer der Vorurteile über seine Fachrichtung durchaus bewusst. Der gestrige Tag der offenen Tür sollte zur Aufklärung über Gefahren, aber auch über die großen Fortschritte in Diagnostik und Therapie beitragen.
Auch gebe es einfache Verhaltensregeln, um Ungemach im Unterleib gar nicht erst entstehen zu lassen, erklärt der Arzt. So hätte man gute Chancen, schmerzhaften Nierensteinen aus dem Weg zu gehen, wenn man genug trinke und sich ausreichend bewege. Ebenso lasse sich das Risiko von Blasenkrebs massiv senken, wenn man mit dem Rauchen aufhöre.
Ein üblicher Eingriff in der Urologie ist übrigens das Entfernen von gutartigen Wucherungen der Prostata. Deren „böser Zwilling“, das Prostatakarzinom, ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Früherkennung sei hier das A und O: „Am Anfang ist der Krebs gut heilbar, aber sobald er angefangen hat zu streuen, ist eine Heilung nicht mehr möglich.“ Hammerer appelliert deshalb an Männer über 45, sich regelmäßig dem (nicht ganz unumstrittenen) PSA-Test zu unterziehen.
Muss man ja nicht gleich bei Facebook herausposaunen.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.