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Praktisch ausprobieren, was möglich ist

Ausgewählte Langzeitarbeitslose nehmen am Arge-Projekt „Aktivcenter“ teil – Ziel: Motivationsschub für den Job.

Von Martina Jurk, 02.05.10

Braunschweig. Michael Schuhmann ist glücklich. Der 49-Jährige hat nach sechs Jahren Arbeitslosigkeit wieder einen Job. Geholfen hat ihm dabei das „Aktivcenter“, ein Projekt der Arge Braunschweig. Er ist einer von 100 Langzeitarbeitslosen, die die Chance erhielten, an dem seit Juli vergangenen Jahres bestehenden Projekt teilzunehmen.

In Zusammenarbeit mit der Ausbildungswerkstatt und der Oskar-Kämmer-Schule erhalten sie eine besondere Unterstützung, um wieder ins Berufsleben einsteigen zu können. „Wer mehrere Jahre ohne festen Job war, steht oft vor großen Hürden. Das können Schuldenprobleme, die fehlende berufliche Qualifikation und geringe Motivation sein. Die Suche nach Arbeit gestaltet sich für sie schwieriger als für andere“, sagt Jörg Hornburg, Leiter der Arge.
Im Zeitraum von sechs bis neun Monaten können sich die Teilnehmer am „Aktivcenter“ ausprobieren, erfahren, wo ihre Stärken liegen, fachliche Kenntnisse erwerben. Möglich ist das in den Bereichen Metall, Holz, Farbe, Hauswirtschaft und Handel. Bewerbungstraining und gesunde Lebensführung gehören zum „Pflichtprogramm“. Wer besonders fit ist, bekommt ein individuelles Job-Coaching und die Möglichkeit betrieblicher Praktika.
Diesen Weg geht Oliver Lachnet. Der 32-Jährige absolvierte zwei Praktika in einem Altenheim und einem Restaurant. Seit dem 1. April macht er in Wernigerode eine Umschulung zum Koch. „Ich will den IHK-Abschluss erwerben und mich später in Richtung Diät- und Diabeteskoch spezialisieren. Nach mehrjähriger Arbeitslosigkeit sprüht Lachnet vor Energie. „Das Aktivcenter hat richtig viel gebracht“, meint er.
Über ein Praktikum ist auch Michael Schuhmann zu einer festen Anstellung als Schulhausmeister gekommen. „Die Kinder wollten, dass ich bleibe“, sagt er. Dass das geklappt hat, darüber könne er sich gar nicht genug freuen. „Aber mal ehrlich, ich hatte einfach auch Glück“, räumt Schuhmann ein. Der gelernte Elektriker hatte sich im „Aktivcenter“ im Bereich Holz versucht.
Für Jörg Hornburg ist das Projekt ein Erfolg. Belegen kann er das mit Zahlen: Fünf Teilnehmer haben jetzt eine feste Anstellung, sechs befinden sich in einer Weiter- beziehungsweise Umschulung, einer hat sich selbstständig gemacht. Im Juli 2010 gebe es eine Neuauflage des „Aktivcenters“.
Allerdings sei nicht das primäre Ziel des Aktivcenters, so viele Teilnehmer wie möglich in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen, sondern „sie zu stabilisieren, zu motivieren und an den Arbeitsmarkt heranzuführen“. Was passiert nach der Qualifizierung im Aktivcenter? Hornburg: „Wir schauen, ob sich die Motivation der Teilnehmer verbessert hat, welche Blockaden es noch gibt und welche Maßnahme im Anschluss geeignet wäre.“
Interessierte Kunden können sich bei ihrem persönlichen Ansprechpartner oder unter Telefon 8 01 77 in der Arge Braunschweig melden.
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