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Prag: jung, offen und skurril

Kunst am Bau: Der Künstler David Cerný „verzierte“ die Stelen des Prager Tower Parks mit Baby-Skulpturen. Fotos: Bieber
 
Gut essen und dabei eine fantastische Aussicht genießen. Ein Besuch des Restaurants Oblaca im Tower Park lohnt sich.

Die tschechische Hauptstadt überrascht mit ihrem ganz und gar nicht angestaubten Flair.

Von Anne-Kathrin Bieber, 11.06.2014.

Prag. Dank eines Events hatte es mich vor kurzem nach Prag verschlagen, und ich war wahnsinnig gespannt auf die tschechische Stadt, von der ich schon so viel gehört hatte. Die Meinungen gingen sehr stark auseinander – von einem angestaubten Image bis hin zu Begeisterungsstürmen über die Architektur.

Umso gespannter war ich, mir endlich ein eigenes Bild über Prag zu machen.
Am Flughafen angekommen, erlebte ich die erste Überraschung, denn diese Stadt wirkte sehr jung und wimmelte von Studenten, Touristen und extrem freundlichen Menschen, die besonders hilfsbereit und dazu auch noch sehr international schienen.

Der Taxifahrer sprach fließend englisch und erzählte mir gleich, dass Prag die schönste Stadt Osteuropas sei. Wir fuhren an der Moldau entlang, die mich mit einem spektakulären Ausblick, altertümlichen Brücken und einer wunderschönen Architektur beeindruckte.

Das Hotel Yasmin, in dem ich übernachtete, lag um die Ecke vom Wenzels Square, und auch dort fühlte ich mich sofort sehr gut aufgehoben. All die negativen Geschichten von Taschendieben und Kriminalität passten so gar nicht ins Bild dieser wunderschönen, sonnigen Stadt und schienen eher wie alte Anekdoten.

Mir begegneten durchweg freundliche Menschen und eine so positive, energiegeladene Stimmung, wie ich sie selten anderswo erlebt habe. Dieses Bild bestätigte sich auch am Abend, als ich in den Prager Tower Park zum Abendessen ging. Der Tower Park ist eine Art Wahrzeichen geworden und sieht von weitem aus wie ein Fernsehturm. Wenn man näher kommt, erblickt man allerdings viele kleine Babyskulpturen, die an den Stelen des Turms hinaufklettern.

Sie geben ein skurriles Bild ab, zu dem man immer wieder hinaufschauen muss. Eigentlich sollten die Mimikas, so werden sie in Prag genannt, nur eine Leihgabe des international anerkannten tschechischen Künstlers David Cerný sein. Er ist für seine provokativen und umstrittenen Werke bekannt, und tatsächlich erregten die Babys so viel Aufmerksamkeit und Beliebtheit, dass sie ein fester Bestandteil des Praha Towers wurden.

Mit 216 Metern ist der Tower das höchste Gebäude Tschechiens. In dem Turm verbergen sich Ausstellungsräume und Veranstaltungsräume, Luxus-Appartements, ein Café und zwei Restaurants. Eines von ihnen, das Oblaca, liegt in 66 Metern Höhe. Von dort aus erwartete mich ein fantastischer Blick über die Stadt. Die Restauranträume sind rundum verglast, und die Tische stehen teils direkt am Fenster. Ausgestattet sind die Räume modern und hell mit Eames Stühlen und cleanem Design. Die Atmosphäre war insbesondere kurz vor der Dämmerung atemberaubend – und gepaart mit dem servierten Campari-Lavendel-Cocktail unschlagbar.

Aber nicht nur der Ausblick begeisterte mich. Das gesamte Team war sehr freundlich, international und jung. Das Oblaca war mein ganz persönliches Highlight in Prag und eines der schönsten Restaurants, in denen ich dieses Jahr war. Vielleicht auch, weil ich ein Restaurant in diesem Stil hier nicht erwartet hätte. In kürzester Zeit habe ich Prag in mein Herz geschlossen, und ich bin mir sicher, dass es nicht der letzte Besuch war.
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