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Neuer Schacht geplant

Vorbereitungen, um Atommüllfässer zu bergen – Info-Mobil kommt

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Braunschweig (mak), 06.07.2011
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will einen neuen Schacht bauen, um den radioaktiven Müll in der Asse sicher bergen zu können. „Ziel ist die zügige Erkundung“, heißt es in der gestern verschickten Pressemitteilung.

Ein möglicher Standort für den neuen Schacht liege unweit des Betriebsgeländes, dort allerdings in einem Naturschutzgebiet nach EU-Richtlinien. Bevor mit Probebohrungen begonnen werden könne, müssten Genehmigungen des Landes Niedersachsen eingeholt werden.
Gleichzeitig bereitet das Bundesamt die Erkundung der Kammern vor, in denen die Atommüllfässer liegen. Einzelne Kammern sollen angebohrt werden, um sich einen Überblick über deren Zustand sowie den der Fässer zu verschaffen.
Die aktuellen Pläne bieten genügend Stoff für Fragen und Gespräche, deshalb trifft es sich gut, dass das Infomobil des BfS am Donnerstag (7. Juli) von 8.30 bis 13.30 Uhr Halt auf dem Kohlmarkt macht. Animationen und Filme zeigen den Stand der Arbeiten, zudem stehen Mitarbeiter als Ansprechpartner bereit.

Derzeit verfügt das Bergwerk Asse nur über einen einzigen vollwertigen Schacht. Das ist der Hauptschacht 2. Daneben gibt es nur noch den schmalen Notschacht 4. Um den radioaktiven Abfall bergen zu können, müssten deshalb der Atommüll, das Personal und die Atemluft für die Bergleute über den gleichen Schacht transportiert werden. Wegen möglicher Sicherheitsrisiken will das Bundesamt für Strahlenschutz einen neuen Schacht 5 bohren. Wegen der Salzstruktur der Asse ist die Standortsuche besonders heikel. Von den ehemals drei vorhandenen Schächten sind zwei bereits abgesoffen. Auch als der heutige Hauptschacht 2 gebaut worden ist, hätte es erhebliche Probleme gegeben, weil Wasser eingetreten ist. Die Sorge, dass die Asse „absäuft“, weil auch an anderen Stellen Wasser eindringt, hatte überhaupt dazu geführt, den Atommüll herausholen zu wollen, weil eine sichere Lagerung auf lange Sicht nicht gewährleistet ist.
Der Standort des neuen Schachts sei so gewählt worden, dass er fast ausschließlich im stabilen Steinsalz gebohrt werden könnte. Außerdem liegt der Standort im sicheren Abstand zum bestehenden Grubengebäude. Über Tage bestünde zudem ausreichend Platz für eine Förderanlage samt Schachthalle. Der neue Schacht würde später mit dem Grubengebäude verbunden werden, so dass die geborgenen Abfälle direkt aufgeladen und herausgebracht werden können.
Eine Entscheidung, wo der Abfall dann zwischengelagert wird, sei noch nicht gefallen. In einer ersten Konzeptstudie werde vorgeschlagen, ein Zwischenlager in unmittelbarer Nähe zum neuen Schacht zu bauen. Dies sei jedoch nicht zwingend erforderlich. Eine zweite unabhängige Studie werde derzeit vorbereitet.
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