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Neue Serie: Queerbeet - Die Vorfreude aufs Frühjahr wächst mit

Kräuter wie Salbei oder Thymian brauchen lange, um zu keimen. Deshalb empfiehlt sich die Vorkultur im Haus. Fotos: Marion Korth

Das Gartenjahr beginnt auf dem Fensterbrett: Gärtner Burkhard Bohne sagt, worauf es bei der Voranzucht ankommt.

Von Marion Korth, 03.03.2018.

Braunschweig. Auch nach so vielen Jahren als Gärtner, nein, der Zauber ist nicht verflogen: „Es ist immer wieder ein Wunder, wie aus einem Samenkorn eine Pflanze wächst.“ Gärtnermeister Burkhard Bohne ist Leiter des Arzneipflanzengartens der TU Braunschweig. Draußen ist es noch frostig, drinnen im Gewächshaus wachsen schon die kleinen Chilis. Und auch bei uns zu Hause – in Küche oder Wohnzimmer – beginnt jetzt die Gartensaison. Pflanzen auf dem Fensterbrett anzuzüchten, das bedeutet, an dem Wunder teilhaben zu dürfen.

Die Ernüchterung folgt aber oft auf dem Fuß: Im Topf regt sich auch nach Wochen nichts oder Ende März hängen weißlich-hellgrüne Tomatenpflanzen einen halben Meter lang zur Heizung herunter. In beiden Fällen ein trauriger Anblick. Aber jetzt haben wir noch in der Hand, alles besser zu machen.

Die Grundausstattung: Für die Fensterbankgärtnerei reichen für den Anfang ein kleines Plastiktreibhaus mit Schale und durchsichtigem Deckel sowie spezielle Anzuchterde, die kaum gedüngt ist. Allein die Kraft aus dem Samenkorn reicht aus, um nach dem Keimen noch das erste richtige Blattpaar zu bilden, erst danach braucht die junge Pflanze neues „Futter“.

Bei der Glaubensfrage Plastik oder Ton hat Burkhard Bohne eine klare Empfehlung: „Für die Anzucht und auch zum Einpflanzen nach dem Pikieren empfehle ich Kunststofftöpfe.“ Ein quellendes Samenkorn darf niemals trockenfallen, sonst wird daraus nichts mehr. Auch später haben Kunststofftöpfe den Vorteil, dass die Jungpflanzen nicht austrocknen. Immer leicht feucht halten, nicht ertränken – so ist es richtig.

Anfängerfehler: „Es ist wichtig, dass die Lichtverhältnisse zu den Temperaturen passen“, sagt Bohne. Wenn die Bedingungen nicht stimmen, stellen sich bald Krankheiten, Schädlinge oder Kümmerwuchs ein. Der Gärtner empfiehlt einen guten, sprich hellen Fensterplatz und 18 Grad (in der Nacht auch etwas kühler) für die Anzucht von Tomaten. Chilis könnten es dagegen kaum warm genug haben.

Der richtige Zeitpunkt: Die Vorkultur empfiehlt sich für alle Pflanzen, die langsam keimen und wachsen, wie Salbei, Thymian, Ysop und andere Kräuter und für Südländer, denen unser Sommer zu kurz ist. Im Februar dürfen wir loslegen mit Chilis, Paprika, Auberginen, Basilikum und Salbei, zwei Wochen später, im März, folgen dann Tomaten, aber auch Melisse, Liebstöckel oder Sommerastern, noch zwei Wochen später Kohl. Einjährige Blumen wie Zinnien sind erst im April dran.
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2 Kommentare
790
Horst Schmid aus Braunschweig - Innenstadt | 03.03.2018 | 11:47  
790
Horst Schmid aus Braunschweig - Innenstadt | 03.03.2018 | 18:15  
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