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„Mein Herz gehört mir“

Ausstellung klärt auch heute noch bis 18 Uhr über Organspende auf.

Von Birgit Leute, 05.02.2012

Braunschweig „An mein Herz kommt keiner ran. Das gehört mir.“ Wie Walter Stemmer haben immer noch viele Menschen Vorbehalte beim Thema Organspende. Eine Ausstellung, die derzeit in den Schloss-Arkaden zu sehen ist, will aufklären.

Noch bis zum heutigen Sonntag (5. Februar) zeigt das Bundesamt für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die interaktive Kampagne „Organpaten werden“. Im Mittelpunkt stehen Informationsmodule, die alle Fragen rund um das Thema beantworten sollen – und da gibt es immer noch viele. „Ich habe gehört, dass auch die Haut oder Netzhaut entnommen und verpflanzt werden können. Das möchte ich nicht so gern“, sagt Hannelore Weber zögernd. Sarah Schulte von der Bundeszentrale beruhigt: „In den Organspendeausweis können Sie alle Organe eintragen, die Sie nicht spenden möchten.“ Was genau in den Ausweis gehört, zeigen ein Touchscreen und eine große Stellwand. Außerdem klärt die Ausstellung über den Unterschied von Organspenden, Lebensorganspenden und Gewebetransplantationen auf, über Kostenträger und rechtliche Fragen. „Was Organspende betrifft, steht Deutschland europaweit auf Platz fünf, hinter Spanien, Belgien und Österreich“, ordnet Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale, ein. Immer noch müssten Patienten fünf bis sechs Jahre auf eine Niere warten, ein bis zwei Jahre auf ein Herz, eine Lunge oder eine Leber. „Das Problem ist: Je länger sie nicht operiert werden, desto mehr verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand, und desto komplizierter wird eine Transplantation“, sagt Pott.
Immerhin: In den vergangenen zwei Jahren sei die Zahl der Menschen mit Organspendeausweis von 17 auf 25 Prozent gestiegen. „Viele machen sich inzwischen bewusst, dass auch sie möglicherweise mal ein Organ brauchen“, so Potts. Ärzte können die steigende Sensibilisierung bestätigen: „In den Praxen wird mehr und mehr nach der Organspende gefragt. Die Leute wollen wissen, wie der Ausweis ausgefüllt wird, wo er aufbewahrt wird, aber auch, ob sie vielleicht schon zu alt für eine Spende sind“, erzählt Marion Renneberg, praktische Ärztin und Vorstandsmitglied der Niedersächsischen Ärztekammer, aus ihrer täglichen Arbeit.
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