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Manchmal wundern sich Eltern, was ihre Kinder schon können

In der Turnhalle lässt sich viel mehr ausprobieren als zu Hause im Wohnzimmer.

Von Daniel Beutler, 20.10.2010.


Braunschweig. Ist Kinderturnen heute etwas Anderes als vor 15 Jahren? „Eigentlich nicht“, meint Amelie Schröder, fast genauso lange Betreuerin von Turngruppen. „Außer, dass heute mehr Väter mit ihren Kindern kommen .“

Ein- bis Dreijährige lernen bei der quirligen Frau, dass die Welt mehr zu bieten hat als Sofas und Teppiche. Die Kinder klettern durch Röhren, über Matten, springen auf dem Trampolin und von Kästen. Eigentlich nichts Besonderes, so ist es ja eigentlich schon seit mindestens
15 Jahren. Außer, dass früher vielleicht Disneys Bambi auf dem Ball war statt Pokemons.
Immer noch gehöre das frühkindliche Bewegungsprogramm zu dem Wichtigsten, was Eltern zur Förderung ihrer Kinder machen können, glaubt die studierte Grundschullehrerin. „Wenn Eltern ihren Kindern etwas zutrauen, dass sie Sachen ausprobieren können, die zu Hause nicht gehen, und die Eltern dann merken, dass ihre Kinder mehr können, als sie geglaubt haben, das ist einfach nur toll“, berichtet Schröder. Es gehe eben auch darum, sein Kind besser kennenzulernen, aus einem neuen Blickwinkel. Und dazu kommt eine motorische Grundausbildung, die nicht zu unterschätzen sei, meint Brigitte Feulner, im Haus der Familie zuständig für die Bewegungsgruppen. „Beim Kinderturnen werden einfach die Grundlagen geschaffen, dass die Kinder sich gut bewegen können. Das ist eine super Vorbereitung für den Kindergarten und später die Schule.“ Davon sind die Kleinsten der Feierabendgruppe, deren Mitglieder sich um 17 Uhr in der Turnhalle der Oswald-Berkhan-Schule treffen, zwar noch weit entfernt, aber früh übt sich.
„Die Neugier der Kinder ist immer wieder schön zu beobachten“, sagt Schröder, während sie jedes der Kinder, das in die kleine Halle kommt, mit dem Namen begrüßt. Die persönliche Anrede sei Eckpfeiler für eine gute Atmos-phäre, damit die jungen Entdecker viel Spaß haben können, meint sie. Vertrautheit und Nähe. „Für Kinder ab drei Jahren wäre eine größere Halle sicher besser, aber bis dahin ist es hier einfach gemütlicher“, findet Amelie Schröder. „Man hat kurze Wege und ist sich einfach näher.“ Und was ihr auch ganz wichtig ist: „Bei mir gibt es keinen Zwang. Wenn das Kind nicht mitsingen oder mitspielen will, ist das in Ordnung. Sie sollen machen, was ihnen am meisten Spaß macht.“
Richtig nah kommen sich die Gruppen beim Begrüßungs- und Abschlusskreis. Dicht aneinanderdrängt wird gesungen und geklatscht. Die Musik ist für Schröder ein wichtiger Bestandteil im einstündigen Programm. Immer rasselt oder klingelt irgendetwas. Und natürlich hallt auch nach einer Stunde voller Abenteuer der Klassiker durch die Halle: Der den Eltern wohlbekannte Ohrwurm „Alle Leut‘“. Das hat sich in den vergangenen 15 Jahren auch nicht geändert. „Ja, leider“, meint Schröder, „ich kann das Lied nicht mehr hören. Aber die Eltern möchten das immer gerne zum Abschluss singen. Da kann man nichts machen“, sagt sie lächelnd. Denn gemacht wird beim Kinderturnen, was Spaß macht.

Infos
Kinderturnen wird unter anderem vom Haus der Familie angeboten. Informationen über freie Kursplätze und das Feierabend-Turnen gibt es telefonisch unter 2 41 25 00 und auch im Internet auf www.hdf-braunschweig.de.
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