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Leonie fährt (fast) von allein

Weltpremiere in Braunschweig: Forschungsfahrzeug fährt automatisch im Stadtverkehr.

Von Marion Korth, 06.10.2010.


Braunschweig. Bahn frei für einen weltweit einzigartigen „Freilandversuch“: Das Forschungsfahrzeug Leonie wird am Freitag als erstes automatisches Auto überhaupt im wirklichen Straßenverkehr getestet.

Auch hinter Leonies Steuer sitzt noch ein Mensch, aber viel zu tun hat der nicht. Das Fahrzeug ist in der Lage, bei Höchstgeschwindigkeiten bis 60 Kilometer pro Stunde auf der zweispurigen Fahrbahn des Stadtrings die Spur zu halten, Kreuzungen zu berücksichtigen, Hindernissen auszuweichen sowie Abstand und Geschwindigkeit dem fließenden Verkehr anzupassen.
Nur eines kann Leonie nicht: Sehen, ob eine Ampel Rot zeigt. „Eigentlich kann sie schon Ampeln erkennen, aber keine Braunschweiger Ampeln, denn denen fehlt die entsprechende Sensortechnik“, erläutert Regina Eckhoff aus der Pressestelle der Technischen Universität Braunschweig. Über ein berührungsempfindliches Bedienfeld müssen dem Fahrzeug die Informationen über die Ampelschaltungen von Hand nachgereicht werden.
In zwei Jahren haben Wissenschaftler der TU und des TU-Forschungszentrums Fahrzeugtechnik das automatische Auto so weit entwickelt, dass es für den realen Verkehr zugelassen wurde. „Stadtpilot“ heißt das Forschungsprojekt. Erfahrungen mit autonomen Fahrzeugen hat die TU bereits reichlich gesammelt und beim „Urban Challenge 2007“ mit Vorgänger- oder besser Vorfahrermodell Caroline gezeigt, dass es möglich ist, ein Fahrzeug automatisch in einer städtischen Umgebung fahren zu lassen.
Am Freitag beginnt der Test unter realen Bedingungen im Stadtverkehr: Leonies Fahrstrecke führt zunächst von der Hans-Sommer-Straße bis zur Kreuzung Hamburger Straße (Affenfelsen) und zurück. „Aber es ist das Ziel, dass Leonie irgendwann komplett die elf Kilometer über den Stadtring fährt“, sagte Eckhoff.
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