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Im Einzelfall hilft nur nachfragen

Fast 20 Grippe-Impfstoffe sind zugelassen – In Braunschweig gibt es keine Engpässe.

Von Marion Korth, 10.10.2012

Braunschweig. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich gegen Grippe impfen zu lassen“, betont Gesundheitsamtschefin Sabine Pfingsten-Würzburg. Und anders als in Hamburg oder Schleswig-Holstein gebe es auch keinen Engpass bei der Impfstoffversorgung.

Es gibt Stimmen, die vor einer starken Grippewelle warnen. „Das könnte damit zusammenhängen, dass auf der Südhalbkugel eine stärkere Aktivität zu verzeichnen ist“, erläutert Pfingsten-Würzburg. Nach zwei Jahren, die grippemäßig eher glimpflich verlaufen sind und eine gewisse Impfmüdigkeit nach sich gezogen haben, nährt das jetzt Befürchtungen, es könnte diesmal schlimmer werden. Wirklich wissen kann das niemand. Das Robert-Koch-Institut ist zurückhaltend: „Die Stärke einer Grippewelle lässt sich nicht vorhersagen.“ Die diesjährige Welle ist sowieso noch nicht angerollt. Im Norden Deutschlands ist aber trotzdem eine Debatte um die Art des Impfstoffs entbrannt. Eine lange Liste von verschiedenen Impfstoffen hat das zuständige Paul-Ehrlich-Institut zugelassen, darunter auch das Mittel „Optaflu“, das in Hamburg und Schleswig-Holstein ersatzweise für einen anderen nicht ausreichend vorrätigen Impfstoff verwendet werden soll und jetzt in die Diskussion geraten ist. Bei dessen Herstellung werden die Impfviren nicht in Hühnereiern, sondern in speziellen Zellkulturen vermehrt. Diese Zellen wiederum können bei immungeschwächten Mäusen, werden sie lebendig injiziert, Tumore entstehen lassen. Nachdem ein kritischer Berliner Arzt Alarm schlug, hat das Paul-Ehrlich-Institut zahlreiche Anfragen hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit erhalten. Das Institut hält beide Mittel, was ihre Wirkungen und Nebenwirkungen angeht, vergleichbar, das hätten die klinischen Untersuchungen ergeben. Auch sei das Mittel „Optaflu“ selbst nicht krebserregend, da es keine intakten, lebendigen Zellen und auch keine funktionalen Nukleinsäuren dieser Zell-Linien enthalte. Zusätzliche Untersuchungen würden in Tierversuchen belegen, dass die inaktivierten Zellen sowie die isolierten genetischen Bestandteile kein Tumorpotenzial besitzen.
Wer welchen Impfstoff einsetzt, das weiß die Braunschweiger Gesundheitsamtschefin nicht, zugelassen sind fast 20 verschiedene Präparate. „Das ist ein freier Markt, jeder Arzt kann die Mittel selbst ordern“, erläutert sie. Wer es genau wissen will, muss dort also nachfragen.
Im Gesundheitsamt kann sich niemand impfen lassen, die Impfberatung beantwortet aber Fragen unter der Telefonnummer 4 70 72 42: montags zwischen 10 bis 13 Uhr, dienstags 11 bis 12.30 Uhr und donnerstags 10 bis 12.30 Uhr. Außerdem informiert das Gesundheitsamt über Influenza mit einer Ausstellung im Foyer, die noch bis Ende des Jahres von Montag bis Freitag zu den allgemeinen Öffnungszeiten zu sehen ist.
Ein bis zwei Wochen dauert es, bis der Impfschutz aufgebaut ist. Empfohlen wird die Impfung für bestimmte Risikogruppen wie immungeschwächte Menschen, zum Beispiel chronisch Kranke, Pflegepersonal und alle, die älter als 60 Jahre sind.
Zum Jahreswechsel hin wird es dann spannend, dann erst beginnt die Grippesaison und lässt sich abschätzen, wie groß die Zahl der Erkrankten wird. Im vergangenen Jahr verlief die Welle eher gemäßigt, war mit rund 7400 Krankenhauseinweisungen bundesweit dennoch alles andere als harmlos. Zwischen 5000 und 15 000 Menschen sterben je nach Intensität jedes Jahr an den Folgen einer Grippe.
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