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„Hoffentlich ist das nur ein Federthema“

 

Nachhaltiger Umgang mit Gebrauchsgegenständen: Das erste Reparaturcafé im östlichen Ringgebiet war ein voller Erfolg

Von André Pause, 22.02.2015.

Braunschweig. An sechs Tischen stecken sie die Köpfe zusammen, die an diesem Premierentag des Reparaturcafés im östlichen Ringgebiet ehrenamtlich tätigen Fachleute und die Besitzer nicht mehr funktionierender elektronischer Geräte.
Hilfe zur Selbsthilfe wird hier angeboten. Die professionelle Reparatur ersetzt das Reparaturcafé natürlich nicht, darauf legen die Initiatoren – der Makers Club, ein sogenanntes Fablab in Braunschweig, die Freiwilligenagentur Jugend-Soziales-Sport und die Landeskirchliche Gemeinde – wert. Hier geht es um den Gedanken der Nachhaltigkeit, den sorgsamen Umgang mit Alltags- und Gebrauchsgegenständen: reparieren statt wegschmeißen.


In Wolfenbüttel (seit etwa einem Jahr) und Wolfsburg wird die Idee des Repaircafés bereits erfolgreich umgesetzt, jetzt soll auch in Braunschweig an jedem zweiten Samstag im Monat von 14 bis 17 in den Räumen der Landeskirchlichen Gemeinschaft in der Karlstraße 95 (gegenüber der Post) getüftelt und repariert werden. „Nach dem ersten Vernetzungstreffen der Reparaturinitiativen in München im vergangenen Jahr hatten wir die Idee, auch ein Café zu gründen und haben Jürgen Hartmann, der das Thema in Wolfenbüttel umgesetzt hat, kontaktiert. Er hat uns mit der Freiwilligenagentur an einen Tisch gebracht. Danach haben wir an in mehreren Sitzungen an der Idee gefeilt, und das Café nun auf die Beine gestellt“, sagt Frithjof Hansing, der gemeinsam mit Chris Töppe, den Makers Club als offene High-Tech-Werkstatt gegründet hat.

Der Andrang im Kirchenraum ist groß. Bereits nach einer Stunde haben sich weit mehr als 30 Besitzer elektronischer Geräte eingefunden und die Schlange der wartenden Interessenten am Stand von Mareile Hansen und Maren Reinecke, wo die Reparaturzettel ausgefüllt und die Haftungsbegrenzung unterschrieben werden, reist nicht ab. Oliver Ding von der Freiwilligenagentur ist überwältigt: „Das ist wirklich hervorragend für Braunschweig und die gesamte Ehrenamtslandschaft.“ Rund 40 ehrenamtliche Helfer hatten sich im Vorfeld gemeldet und Bereitschaft gezeigt, nachhaltig denkenden Verbrauchern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, etwa 25 Personen haben letztlich Platz gefunden in der ersten Runde. Zwei von ihnen sind der Ingenieur Daniel Strohbach und Maschinenbaustudent Benjamin Willenbrock. Sie wollen den Toaster von Ina Eddelbüttel wieder zum Leben erwecken. Das silberfarbene Gerät ist formschön, beinahe ein Designklassiker, und darüber hinaus auch noch von der Großmutter vererbt. „Die anderen Toaster sind alle so groß und hässlich, ich wäre wirklich froh, wenn ich diesen hier weiter nutzen könnte“, erzählt Eddelbüttel, die sich darüber ärgert, dass Firmen ihre Geräte bewusst mit sogenannten Sollbruchstellen konzipieren. „Bei diesem Toaster ist das hoffentlich nur ein Federthema.“

Die Palette der kaputten Gegenstände ist breit, reicht vom antiquierten Plattenspieler bis zum fast neuen Bluetooth-Lautsprecher, hier ein Laptop dort das ausgebaute Ceranfeld eines Induktionsherdes. An zwei Regeln nur müssen sich die Anfragenden halten: Aus Platzgründen werden nur Gegenstände repariert, die mit einer Hand zu tragen sind, zudem wird jeder Gast gebeten, nur einen Gegenstand mitzubringen.

Wer nun daran denkt, im Reparaturcafé Hilfe zu suchen, wird um Anmeldung unter der Rufnummer 4 81 10 20 oder per Mail an info.bs@freiwillig-engagiert.de gebeten. Vorherige Anmeldungen erhöhen die Chancen auf eine erfolgreiche Reparatur.
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