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Futter für die Katze, Wasser für die Blumen

Schließen eine Lücke im Versorgungsnetz (v. l.): Hans Joachim Halbach (Johanniter), Dr. Andreas Goepfert (Klinikum) und Joachim Blätz (Wiederaufbau) bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: Scheibe

Damit alleinstehende Patienten sich um nichts Sorgen machen müssen, gibt es jetzt den „Rundum-Service“.

Von Marion Korth, 27.09.2017.

Braunschweig. Es kann so schnell gehen: ein unbedachter Schritt, eine übersehene Bordsteinkante, ein Sturz. Statt mit den Einkäufen nach Hause gehen zu können, ruft jemand den Rettungswagen – ab ins Krankenhaus. Als wären Schmerzen und Schock nicht genug, dreht sich dort das Gedankenkarussell: Wer füttert die Katze, wer sagt der Tochter Bescheid, wer der Nachbarin, damit sie vielleicht die Post ins Haus holt? Wer bringt ein Nachthemd und die Lieblingscreme? Schluss mit dem Stress! Im Dreierverbund wollen das Klinikum Braunschweig, die Baugenossenschaft Wiederaufbau und die Johanniter-Unfallhilfe mit ihrem bundesweit bislang einmaligen „Rundum-Service“ den Druck vom Kessel nehmen.

Egal ob lange geplante Hüftoperation, ambulante Behandlung oder Unfall: Patienten des Klinikums können von sofort an Unterstützung anfordern, damit zu Hause trotzdem alles in geregelten Bahnen läuft, die Blumen nicht vertrocknen und auch Mieze oder Meerschweinchen diese Zeit gut überstehen. „Gesund werden kann ich nur, wenn ich mir keine Sorgen machen muss“, sagt Hans Joachim Halbach, Vorstand der Johanniter-Unfallhilfe Regionalverband Harz-Heide. Stress wirke sich belastend auf das Immunsystem aus, schwäche Abwehrkräfte und erhöhe die Komplikationsrate, sagte Dr. Andreas Goepfert, Geschäftsführer des Klinikums, auf Nachfrage. Dies sei durch Studien belegbar.

Es gehe um das Wohl der Patienten, betonen alle drei Partner, die sich ihrer Vertrauensposition bewusst sind und als seriöse Unternehmen bekannt sind. „Mit den Preisen wollen wir keine Gewinne erwirtschaften“, betonte Goepfert. Sie werden in einigen Bereichen wohl nicht einmal die Kosten decken. Auf längere Sicht müssten Gespräche mit Pflege- und Krankenkassen über die Kostenübernahme für die neuen Serviceangebote geführt werden.

Die Johanniter-Unfallhilfe mit ihrem rund um die Uhr besetzten Telefon nimmt Servicebestellungen an. Vielleicht braucht ein Patient nur den Transportservice und Hilfe beim Kofferpacken für den Klinikaufenthalt. „Unsere Dienste gehen über den eines Taxiunternehmens hinaus, wir bringen den Patienten bis in die Station, wo er aufgenommen werden soll“, sagt Halbach. Auch für den akuten Notfall gibt es Ansprechpartner, die Angehörige oder Nachbarn informieren, Krankenunterlagen zusammensuchen oder auch eine Erstausstattung an Kleidung und Kosmetika aus der Wohnung holen. Und bei einem längeren Klinikaufenthalt gibt es sogar das Rundum-sorglos-Paket für den Haushalt, das auf Wunsch eben auch das Füttern der Katze oder das Gießen der Blumen beinhaltet. Tagsüber zwischen 8 und 16 Uhr beraten die Johanniter und helfen dabei, die Serviceleistungen zusammenzustellen.

Die drei Unternehmen bewegen sich bewusst aus den Bereichen ihrer Kernkompetenzen hinaus und wollen in der Zusammenarbeit nun die Lücken füllen. „Wir wollen unseren Mitgliedern und Bewohnern ein sicheres und lebenslanges Wohnen bei uns ermöglichen“, sagt Joachim Blätz. Mit dem Immobilienservice „Niedersächsische“, einem 100-prozentigen Wiederaufbau-Tochterunternehmen, gebe es einen Dienstleister, der sich beispielsweise um Blumen und Briefkasten kümmern könne, die Johanniter bringen die Expertise durch Hausnotruf und Transporte mit, im Klinikum werden täglich Notfälle eingeliefert, die entsprechend auf nichts vorbereitet sind. Diese Schwachstelle im Versorgungsnetz wollen die Partner beseitigen und mit weiteren Mitstreitern vielleicht sogar räumlich ausdehnen. Der Bedarf wird groß eingeschätzt, denn die Zahl älterer und oft allein lebender Menschen steigt. „Ich komme aus Ulm und arbeite jetzt in Braunschweig“, erzählt Joachim Blätz. „Meine Eltern sind über 80 und ich bin über jeden Tag froh, an dem es ihnen gutgeht.“ Selbst wenn er wollte, könnte er nicht sofort bei ihnen sein. In Ulm gibt es den Rundum-Service“ noch nicht, aber in Braunschweig.

Unter der Servicenummer 0531/2 86 20 85 können sich Patienten und Angehörige über Leistungen und Preise informieren und die Angebote buchen. Weitere Informationen gibt es zudem im Internet:
www.ihr-rundum-service.de.
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