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Faszinierende Einsamkeit, buntes Leben

Die Reisegruppe aus Braunschweig. Ganz links unser Busfahrer Rainer Mandke. Fotos: Obi-Preuß/oh
 
Spezialitäten im Spreewald. Gebratene Grützwurst klingt eher fremd.

Die BZV-Leserreise führt in den Spreewald. Es gab viel Kultur, ein schönes Volksfest und ganz viel Spaß.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 30.09.2016.

Braunschweig/Cottbus. „Eins, zwei, drei, vier...“ – „29-plus-ich“ muss das Ergebnis heißen – als Reiseleitung bin ich dafür verantwortlich, dass mir keiner verloren geht. Unter anderem. Daneben serviere ich Kaffee (mit jedem Kilometer schwanke ich weniger im Bus), bringe den Gästen Wasser, Sekt, Cola oder Bier und sorge für gute Stimmung.

Wobei – das tun unsere Leute schon selbst. 29 Frauen und Männer (plus ich) fahren in den Spreewald. Meine erste Tour als BZV-Leserreisen-Begleitung. Das klingt nicht nur amtlich, das ist es auch.

Jedenfalls bin ich ein wenig zappelig, als mich das Taxi am Morgen zum Busbahnhof bringt. „Gaaaanz ruhig“, sagt der Busfahrer und schickt ein „ich bin der Rainer“ hinterher. Der Mann fährt seit vielen Jahren für den Reiseveranstalter Schmidt aus Wolfenbüttel, ein Vollprofi, der mir über die ersten Hürden hilft. „Am besten sagst du gleich zu Anfang, dass du heute zum ersten Mal eine Reise begleitest“, rät er mir, „dann läuft das schon.“

Und so ist es auch. Es läuft wie am Schnürchen. Die Mitreisenden sind gut gelaunt, viele von ihnen schon zum xten Mal auf einer BZV-Reise dabei. „Ist zwar etwas teurer“, sagen sie, „dafür ist alles ganz wunderbar geplant.“
Das stimmt. Angefangen vom Taxitransport zur An- und Abreise, bis zur Organisation vor Ort – da gibt es nichts zu meckern. Oder sagen wir mal, fast nichts. Ein bisschen besser geht ja immer. Zum Beispiel das Essen im Hotel in Cottbus. Das war jetzt nicht das ganz große kulinarische Highlight, dafür werden wir am zweiten Abend entschädigt. Das „Spreewaldbuffet“ im „Gasthaus Froschkönig“ begeistert uns restlos. Lutz Schmidt, Gastronom und Gästeführer in einer Person, begrüßt uns in dem bezaubernden Wasserdorf Leipe. Wir „schieben“ auf einem Kahn in den Spreewald – 970 Kilometer natürliche Fließe und künstlich angelegte Kanäle – wir erleben eine Landschaft, die uns in den Bann schlägt. Einsam und still.

Anschließend geht’s ans Essen. „Alles von hier“, erklärt uns Schmidt und stellt die Speisen wie gute Freunde vor: das Spreewälder Traditionsgericht – Pellkartoffeln, Quark und Leinöl – Kartoffelsalat, eingelegter Hering, Meerrettich, Kürbis, Quark und mehr. Vorweg einen Kirschlikör, dazu ein „Heimatbier“. Uff – wir sind satt und sehr zufrieden.

Schmidt hat uns seine Heimat ans Herz gelegt. Während der Busrundtour von Cottbus über Lübben hatte er uns von seinem Brandenburg erzählt. Von holländischen Tuchmachern, die die eingelegten Gurken erfunden haben, von Schuhmachern aus Kalau, die für die „Kalauer“ bekannt sind, wir fuhren durch schattige Alleen (Brandenburg hat mehr als 6000 Kilometer) wir sahen die erstklassigen Fahrradwege, wir hörten von den wärmsten Sommern mit durchschnittlich 27,5 Grad – und trafen herzliche Menschen. In Lübben wie in Cottbus, wo uns Reiseführerin Christine Kempe das Wirken des Fürsten Pücklers so nahe brachte, das wir gebannt an ihren Lippen hingen. Wir haben viel gelernt und viel gesehen – und freuen uns auf die nächste Reise.
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