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Fahrradklau nimmt heftig zu

Diebe haben (wie hier am Hauptbahnhof) leichtes Spiel. Foto: Archiv Ammerpohl

Polizei sieht schlechte Sicherung als Grund.

Von Martina Jurk, 30.07.2014.

Braunschweig. Ein ungewöhnlich sprunghafter Anstieg der Fahrraddiebstähle beschäftigt derzeit die Polizei. Allein im ersten Halbjahr sind 1042 Räder im Stadtgebiet gestohlen worden – 60 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2013.

Die Polizei hat alle Hände voll zu tun, die Keller der Kommissariate sind überfüllt. Als Gründe sieht Hartmut Schömann von der Ermittlungsgruppe Fahrrad (EGF) den milden Winter und die unzureichende Sicherung der Fahrräder. Die Ermittler hätten es vor allem in der Nähe von Autobahnen mit organisierter Kriminalität zu tun. Dort würden Räder reihenweise gestohlen, gezielt vor allem hochwertige Modelle.
Die Polizei rät, Fahrräder registrieren zu lassen und bei Diebstahl Anzeige zu erstatten. Gut wäre, wenn es ein Foto vom Fahrrad gäbe. Und ganz wichtig sei die Rahmennummer. Diese zu finden, auch dabei helfen die Beamten.
Die Fahrrad-Rahmennummer, die die Bestohlenen angeben, sei oft falsch. „Es gibt verschiedene Stellen am Rad, an denen man die Nummer finden kann. Sie muss vor allem eingeschlagen sein“, gibt Hartmut Schömann als Hinweis. Die Beamten würden auch telefonisch beim Finden der Nummer helfen. Im Internet gäbe es ebenfalls Hinweise. 20 bis 25 Prozent der online registrierten Fahrräder hätten eine falsche Rahmennummer. Das Problem sieht Schömann bei den Herstellern, die sich nicht auf eine einheitliche Regelung beim Aufbringen der Rahmennummer einigen könnten. „Wir versuchen, so viele sichergestellte Räder wie möglich den Besitzern zuzuordnen. Das ist schwierig ohne Anzeige und ohne Rahmennummer“, erklärt der Ermittler die Situation. Das Schlimmste sei, wenn die Fahrräder den mutmaßlichen Tätern mangels Beweisen zurückgegeben werden müssten.
Sicheres Schloss
Was kann man als Fahrradbesitzer tun?
„Ganz wichtig ist, das Rad nicht nur abzuschließen, sondern anzuschließen“, sagt Schömann. Profis bräuchten nicht einmal eine Minute, um ein Fahrradschloss zu knacken. Man müsse es also den Tätern schwerer machen. Der Zeitfaktor spiele eine große Rolle, genau wie beim Wohnungseinbruch. „Keine billigen Schlösser“, rät der Ermittler. Gut geeignet seien: Faltschloss (70 bis 100 Euro), Bügelschloss (ab 30 Euro) und Kettenschloss (ab 30 bis 40 Euro).
Registrierung
Wichtig sei die Online-Registrierung: www.pd-bs.polizei-nds.de/praevention. Ein Drittel der registrierten Räder würde wiedergefunden.
Können die Räder, die sichergestellt oder aufgefunden wurden, nach einem halben Jahr nicht zugeordnet werden, kommen sie ins Fundbüro. „Es ist ärgerlich und frustrierend, wenn die Fahrradbesitzer nicht gefunden werden“, meint Hartmut Schömann.
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1 Kommentar
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Klaus Alberts aus Braunschweig - Innenstadt | 12.04.2015 | 09:53  
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