Anzeige

Es muss nicht immer Kaviar sein, manchmal tun es auch Trüffeln

Sporenarme Trüffel ist die deutsche Bezeichnung. Die Pilzart ähnelt kleinen Kartoffeln, wächst unterirdisch und ist im Mittelmeerraum beheimatet. Aber nicht alle Trüffelarten dürfen roh verzehrt werden.
Braunschweig: Braunschweig |

Beim Lesen einer Zeitschrift kam ich neulich erst einmal nicht über das Editorial hinaus. Hier wurden Köstlichkeiten aus der französischen Küche beschrieben. Sogleich lief mir das Wasser im Mund zusammen, denn oft genug hatten wir Urlaub in Frankreich gemacht: Coquilles Saint Jacques und andere Meeresfrüchte, Kaninchenleber, Kalbskopf, diverse Käsesorten, die Tartes.

Der Wunsch nach einer kulinarischen Besonderheit trieb mich noch am gleichen Tag zu einem großen Supermarkt in der Otto-von-Guericke-Straße. In der Gemüseabteilung war ich immer wieder einmal auf der Suche nach besonderen Pilzen fündig geworden. Auch an diesem Tag war mir das Glück hold. Ich entdeckte Trüffeln, die ich bis dahin weder gesehen noch probiert hatte.
Nun bekommt man China-Trüffel (Tuber indicum) problemlos z. B. in den Schloss-Arkaden. Diese schwarzen Knollen, im Gläschen eingelegt, sehen zwar aus wie die sündhaft teuren Perigord-Trüffel (Tuber melanosporum), geschmacklich allerdings sind sie meilenweit davon entfernt; preislich natürlich ebenfalls.
In der Gemüseabteilung des Supermarktes fand ich kleine Kunststoffbeutel, darin die Knollen der Sporenarme Trüffel (Tuber oligospermum) von 2 -3 cm Durchmesser. Diese Pilzart des Mittelmeerraumes lebt unterirdisch und ist mit der Kiefer oder der Steineiche als Mykorrhizapilz vergesellschaftet. Als Herkunftsland war Marokko deklariert. War es wirklich die Sporenarme Trüffel, die ich erworben hatte? Bei Pilzen bin ich im Gegensatz zu meinen sonstigen Gewohnheiten immer misstrauisch. Aber meine mikroskopische Kontrolle bestätigte die auf dem Etikett angegebene Art.
Und so ging es weiter:
Dem geöffneten Beutel entströmte ein intensiver, angenehmer Geruch. Die Pilze von der nordafrikanischen Erde befreit, kurz abgespült und trocken getupft. In die vorbereitete Sahnesoße auf der Basis von Gemüsebrühe habe ich eine kleine Pilzknolle zerbröselt. Nun duftete bereits die Soße. Hartweizen-Spiralnudeln waren die Pasta meiner Wahl. Nach dem Garen habe ich die Spiralen üppig in der heißen Sahnesoße gebadet und anschließend auf die vorgewärmten Teller gefüllt.
Nun hatte der auf „hauchdünn“ eingestellte Trüffelhobel seinen großen Auftritt. Vier Trüffeln wurden zu einer köstlich duftenden Schicht über die Nudeln gerieben. Das Fest für Nase und Gaumen steuerte nun auf seinen Höhepunkt zu!

Anmerkung: „Es muss nicht immer Kaviar sein“ ist der Titel eines 1960 erschienenen Agentenromans des österreichischen Schriftstellers Johann Mario Simmel. Im Laufe der Handlung werden verschiedene Menüs vorgestellt, u. a. Truthahn mit einer Trüffelfarce.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.