Anzeige

Ein „Moulie“ geht seinen Weg

Braunschweiger Erfindung: Schulrucksack für Grundschüler seit diesem Monat auf dem Markt.

Von Marion Korth, 21.07.10

Braunschweig. Ein Muli, ein Maultier also, hat eine Pferdemutter und einen Eselvater. Das liebenswerte Lastentier wird überall in der Welt eingesetzt. Der „Moulie“, um den es hier geht, der trägt sich zwar nicht von selbst, aber er macht es seinen Trägern leicht.

„Moulie“, der Schulrucksack für Grundschüler, ist eine Braunschweiger Erfindung. Thorsten Bornhak, Chef des Braunschweiger Markenstudios in der Methfesselstraße und Vater von drei Kindern, hatte die Idee. Auf der Suche nach dem „idealen Schulrucksack“ für seinen Sohn entdeckte er vor einem Jahr, dass es den nicht gibt. Stattdessen jede Menge „übergroße, schwere und unhandliche Schulranzen“ im poppigen Comic-Design. Bornhak machte sich selbst an die Arbeit. Seit diesem Monat ist der „Moulie“ auf dem Markt.
Aus der „Kreuzung“ von Schultasche und Rucksack entstand der Schulrucksack. „Weniger ist mehr“, dies schien die Leitlinie bei der Entwicklung zu sein. Mit 900 Gramm ist der „Moulie“ ein Leichtgewicht, mit nicht einmal 40 Euro vergleichsweise sehr günstig, obendrein schlicht in der Farbgestaltung, aber in jeder Hinsicht belastbar, ohne seinen Träger zu belasten. Gedacht ist der Rucksack zunächst für Schüler alternativer Schulformen. Einmal, weil sichergestellt sei, dass an diesen Schulen viele Unterrichtsmaterialien verbleiben können und die Schüler mit „leichtem Gepäck“ unterwegs sind, zum anderen, weil die Schlichtheit gut ins pädagogische Konzept passt, und Comicfiguren aus dem Fernsehen und großer Kommerz außen vor bleiben.
Bornhak suchte den Austausch mit Physiotherapeuten und Rucksackherstellern, um den „Moulie“ alltagstauglich und passgenau für kleine Kinder zu machen. S-förmige Tragegurte, ein gepolstertes Rückenteil, die Drei-Fächer-Aufteilung für die gute Gewichtsverteilung und ein strapazierfähiges und wasserabweisendes Material sollen den Rucksack zum verlässlichen Begleiter machen.
Die Medienwissenschaftlerin Hanna Gäde ist im Markenstudio die „Moulie“-Beauftragte. Und sie hat sich ein bisschen in das Produkt, dessen Markteinführung sie unterstützt, verliebt. „Ich finde den ‚Moulie‘ auch cool, aber er passt mir nicht, er ist wirklich für kleine Menschen gemacht“, sagt sie ein wenig bedauernd. Sollte es eines Tages den „Moulie“ für Erwachsene geben, „dann würde ich ihn tragen“, sagt sie fest.
Bislang läuft der Vertrieb in erster Linie übers Internet (www.moulie.de und Facebook). „Bundesweit melden sich Eltern bei uns“, sagt Gäde. Die Zeit bis zum Schulbeginn ist knapp, aber das Absatzziel lautet dennoch, 2000 „Moulies“ in zwei Monaten zu verkaufen. Die Erfahrungen aus diesem Jahr und der größere Vorlauf sollen genutzt werden, um den Schulrucksack aus Braunschweig bis zum nächsten Schuljahr zu etablieren.
„Eltern möchten für ihr Kind nur das Beste, das sollte mit dem ‚Moulie‘ umgesetzt werden“, sagt Gäde. Um den Preis niedrig zu halten, wird er in China gefertigt, „aber nach vernünftigen Umwelt- und Sozialstandards“. Das Material sei frei von Azofarbstoffen, Cadmium, PCP und allergieauslösenden Farbmitteln. Zum Anfassen und Probetragen gibt es den „Moulie“ übrigens bei den Boardjunkies am Ziegenmarkt.
Eigentlich ist das Markenstudio auf Marketingstrategien für andere Unternehmen spezialisiert. Es ist das erste Mal, dass ein eigenes Produkt von der ersten Idee über die Herstellung bis zu Werbung und Vertrieb begleitet wird. „Eine spannende Sache“, sagt Hanna Gäde.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.