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„Die Strategie hat gewechselt“

Schweinegrippe: Jetzt geht es darum, chronisch Kranke durch eine Impfung zu schützen

Von Marion Korth, 08.11.2009

Braunschweig. Bei welchem Arzt kann ich mich impfen lassen? Soll ich mich überhaupt impfen lassen? Soll ich mein Kind nicht zur Schule schicken, weil es dort Schweinegrippefälle gibt? Solche und ähnliche Fragen haben die Mitarbeiter im Gesundheitsamt in den vergangenen Wochen zuhauf beantwortet.

„Wir sind zum ersten Mal dabei, so bewusst die Verbreitung eines Virus zu verfolgen“, sagt Gesundheitsamtschefin Dr. Sabine Pfingsten-Würzburg. Deshalb das Interesse, deshalb aber auch Verunsicherung. Eine der häufigsten Fragen, nämlich, welcher Arzt in der Nähe impft, wird jetzt am Info-Telefon der Kassenärztlichen Vereinigung unter der Braunschweiger Nummer 2 41 41 01 beantwortet. Seitdem werde es im Gesundheitsamt wieder ruhiger.
Die Logistik laufe reibungslos, auch gebe es bislang keine Engpässe bei der Impfstoffversorgung der Ärzte. Das einzige, was Probleme bereitet, sind die Zehner-Packs. Einmal angebrochen, müssen die Impfdosen innerhalb 24 Stunden verbraucht werden. Das macht eine umfangreiche Organisation erforderlich.
220 Schweinegrippefälle wurden in Braunschweig bislang diagnostiziert, 128 Kranke waren jünger als 20 Jahre, nur fünf älter als 60. Die Zahl der Erkrankungen liegt aber um ein Mehrfaches höher, sagt die Gesundheitsamtschefin.
Mittlerweile werde nicht mehr bei jedem mit Grippesymptomen ein Abstrich gemacht, um das H1N1-Virus nachzuweisen. Und auch eine Quarantäne für Kranke und Kontaktpersonen gebe es im Normalfall nicht mehr. „Es hat ein Strategiewechsel stattgefunden“, erläutert Pfingsten-Würzburg. „Bei der ersten Welle der Krankheitsimporte vor allem aus Spanien waren wir sehr streng, es ging darum, Zeit zu gewinnen, bis der Impfstoff zur Verfügung steht.“
Mittlerweile ist die Grippe in der Bevölkerung angekommen. Vor allem chronisch kranke Menschen wie Asthmatiker, bei denen die Grippe einen schweren Verlauf nehmen kann, sollen durch die Impfung geschützt werden.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen richtet ab morgen eine Hotline unter 0180/1155511 ein.
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