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Die Gefahr lauert im Gras

Ausstellung im Gesundheitsamt informiert über Zecken und die Krankheiten, die sie übertragen.

Von Marion Korth, 16.05.2012

Braunschweig. Ein Spaziergang im Grünen reicht schon, um mit einem blinden Passagier wieder nach Hause zu kommen. In einer gestern eröffneten Ausstellung informiert das Gesundheitsamt der Stadt über die Gefahren, die von Zeckenstichen ausgehen.

Ein Grund zur Panik bestehe nicht, sagt Gesundheitsamtsleiterin Dr. Sabine Pfingsten-Würzburg, wohl aber zur besonderen Aufmerksamkeit. Niedersachsen zählt zwar nicht zu den Risikogebieten, in denen durch die Zecken die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung) übertragen werden, aber eine andere Gefahr stellt die Borreliose dar. „Wir haben den Eindruck, dass der Zeckenbefall stärker geworden ist, deshalb warnen wir vor den Gefahren und machen diese Ausstellung“, sagt Pfingsten-Würzburg. Die Übertragung dieser Krankheit ist selbst nach einem Stich nicht zwangsläufig. „Vorausgesetzt, wir entfernen die Zecke früh genug.“
Die Ausstellung informiert über Zecken, über die von ihnen übertragenen Erkrankungen sowie über Vorbeugungs- und Behandlungsmöglichkeiten. Schautafeln, Utensilien zur Zeckenentfernung und einiges mehr sind ab sofort bis Ende Juni im Foyer des Amtes an der Hamburger Straße 226 montags bis freitags während der Öffnungszeiten zu sehen. Für Kindertagesstätten hält das Gesundheitsamt Merkblätter bereit, die dort angefordert werden können.
Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, wohl aber gegen FSME. Vor Beginn der Reisesaison bietet das Gesundheitsamt eine Impfberatung an (Telefon 4 70 72 42). In Deutschland zählen Baden-Württemberg und Bayern zu den Risikogebieten sowie Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. In Europa sind Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien und die baltischen Staaten betroffen.

• Als Vorsichtsmaßnahme vor Zeckenstichen Strümpfe über die Hosenbeine ziehen, nach dem Aufenthalt im Grünen den Körper absuchen, Zecken mit einer dicht über der Haut angesetzten Pinzette sofort entfernen.
• Die Borreliose-Erreger befinden sich im Darm der Zecke, sie darf deshalb nicht gequetscht werden, von vermeintlichen „Geheimtipps“ wie Abbrennen oder Drauftröpfeln von Öl oder Klebstoff ist dringend abzuraten.
• Auffälligstes Merkmal einer Infizierung ist die „Wanderröte“, eine großflächige Rötung, die einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich rund um die Einstichstelle, aber auch an anderen Stellen auftreten kann. Weitere Hinweise sind Gelenkbeschwerden oder neurologische Schädigungen. Eine Behandlung mit Antibiotika hat gute Erfolgsaussichten.
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