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Demo für Frieden auf der Straße

Der Schlossvorplatz wird wie hier 2016 zum Parkplatz – die Biker können von hier aus in wenigen Minuten den Dom erreichen. Foto: Pause

Motorradfahrer setzen sich für ein faires Miteinander ein und gedenken der Unfallopfer.

Von Andreas Konrad, 25.04.2017.

Braunschweig. Der Blick zum Himmel gehört bei Reinhard Arnold schon von Berufs wegen zum Programm. In dieser Woche schaut er aber noch genauer als sonst. Der Pfarrer von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Motorradfahrer Braunschweiger Land weiß, dass Regen den über 3000 Bikern, die zur großen Motorradgedenkfahrt am Samstag (29. April) von Salzgitter nach Braunschweig erwartet werden, gar nicht behagt.

Und das wäre in diesem Jahr zusätzlich schade, schließlich feiert die Demofahrt für Partnerschaft im Straßenverkehr ihr 30. Jubiläum. Start und Ziel ist der Rathausplatz in Salzgitter Lebenstedt, auf dem morgens ein Verkehrssicherheitstag und abends eine Party steigen, dazwischen geht es im Konvoi zum Braunschweiger Dom, in dem ein Gedenkgottesdienst zu Ehren der Unfallopfer 2016 gefeiert wird.

Motorradpfarrer Reinhard Arnold durfte am Dienstag in den Räumen von Sponsor Braunschweigische Landessparkasse eine relativ positiv stimmende Zahl vermelden. Zum ersten Mal in der 30-jährigen Geschichte der Veranstaltung gäbe es nur sechs Motorradfahrer aus der Region, die in der letzten Saison im Verkehr tödlich verunglückt sind. „Das sind immer noch sechs zu viel, aber so wenige wie nie“, sagte Arnold und fügte an: „Vielleicht können wir ja irgendwann einen Dankgottesdienst anstelle des Gedenkgottesdienstes feiern.“

Diese Zahl ist umso erstaunlicher, da Arnold ein schlechteres Klima zwischen den Verkehrsteilnehmern bemerkt: „Der Straßenverkehr dient dem Abbau von Aggressionen.“ Dem entgegen stellt sich auch das Motto der Gedenkfahrt „Bringt den Frieden auf die Straße“, Titel des Liedes, dass zum Auftakt des Gottesdienstes traditionell gesungen wird. In diesem Jahr sogar in Anwesenheit seines Komponisten Helmut Oeß, der 95-jährig sein Kommen angekündigt hat.
Nicht nur das Klima auf der Straße, auch die Bikerszene habe sich in den letzten 30 Jahren verändert, weiß Arnold. Hätte es früher noch viele junge Leute gegeben, für die ein Motorrad einziges Verkehrsmittel war, gäbe es heute kaum einen Biker, der nicht auch ein Auto besitzen würde. Trotzdem sei die Zahl der Motorräder deutlich größer geworden.

Mit erwartet 3000 Bikern sei die Demofahrt gemessen am Einzugsgebiet die größte in ganz Deutschland, berichtet Arnold. In Frankfurt gäbe es noch eine mit absolut gesehen mehr Teilnehmern. Auf jeden Fall ist es für die Bikerszene eine hervorragende Möglichkeit, sich für ihr Hobby zu engagieren – und allzu oft gibt es auch nicht die Gelegenheit, mit 3000 Gleichgesinnten im Konvoi zu fahren – auch wenn man sich dafür im schlechtesten Fall die Regenkombi überstreifen muss.

PROGRAMM

10 Uhr: Begrüßung auf dem Rathausplatz von Salzgitter Lebenstedt.

10.30 bis 12.15 Uhr: Verkehrssicherheitstag mit Sicherheitstraining, „Flashmob Rettungskette“ und Bühnenprogramm.

12.15 Uhr: Traditionelle Sportwette von Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel, der sich mit Werner Schilli (stellvertretender Vorsitzender der Braunschweigischen Landessparkasse) und Landesbischof Christoph Meyns diesmal im Themenfeld Eishockey messen wird.
12.30 Uhr: Bühnenprogramm

14 Uhr: Demofahrt zum Braunschweiger Dom

15.30 Uhr: Gottesdienst im Dom mit Pfarrer Reinhard Arnold

17 Uhr: Party und Livemusik in Salzgitter. Höhepunkt ist ab 21 Uhr der Auftritt von „The Twang“.
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