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Countdown für Evakuierung

Sonntag Bombenentschärfung in Melverode

. Von Martina Jurk, 17.07.2013

Braunschweig. 6000 Menschen müssen am Sonntag (21. Juli) ihre Wohnungen verlassen. Der Grund: Bombenentschärfung. Bis 10 Uhr wird ein Gebiet im Umkreis von 1000 Metern um den Verdachtspunkt evakuiert (wir berichteten).

Das bedeutet, dass der Stadtteil Melverode komplett geräumt werden muss. Betroffen sind weitere Bereiche, wie eine Karte auf Seite 3 zeigt. Blindgänger wurden in den vergangenen Jahren in Braunschweig schon viele entschärft – erfolgreich und ohne Vorkommnisse.
Zu verdanken ist das den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. Die wenden am Sonntag eine außergewöhnliche Methode an, um die Sicherheit der Patienten und Mitarbeiter des Herzogin-Elisabeth-Hospitals zu gewährleisten. Vier Seecontainer gefüllt mit Wasser werden in zwei Reihen am Bombenverdachtspunkt übereinandergestapelt. Sie sollen bei einer möglichen Detonation die Druckwelle abfangen. Das Herzogin-Elisabeth-Hospital (HEH) mit rund 250 Patienten liegt in einer Entfernung von rund 500 Metern vom Bomben-Verdachtspunkt. Um die Patienten nicht den Belastungen eines zweimaligen Transports zu und von einem Ausweichquartier auszusetzen, haben Kampfmittelbeseitigungsdienst, Feuerwehr und HEH entschieden, ihre Sicherheit durch diese besonderen, auf diesen speziellen Fall abgestimmten Schutzmaßnahmen zu gewährleisten. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung ist ein solches Verfahren bislang in Braunschweig noch nicht angewandt worden. Ursprünglich seien zwei große Seecontainer geplant gewesen, jetzt seien es vier kleinere.
Die Patienten des HEH werden in Räume verlegt, die in der dem Verdachtspunkt abgewandten Seite des Gebäudes liegen. Das heißt, die Stationen E bis 5 sowie die gesamte sechste Etage werden evakuiert. „Am Sonnabend wird bereits damit begonnen, Patienten zu verlegen. Pflegedienst- und OP-Leitungen haben dafür Pläne erarbeitet“, sagt Anja Schweers, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit/Sonderaufgaben im HEH. Auch drei Operationssäle seien betroffen. Vier stünden weiterhin für Notfälle zur Verfügung. Ab 9 Uhr am Sonntag könnten die gesperrten Bereiche sowie die Außenanlagen nicht mehr betreten werden. „Das Personal ist rechtzeitig vor Ort. Es trägt dafür Sorge, dass den Patienten nichts passiert“, so Anja Schweers.
Als Ausweichquartier für die Bürger, die ihre Wohnungen verlassen müssen, steht ab 9 Uhr das Schulzentrum Siekgraben in Stöckheim zur Verfügung. Die Braunschweiger Verkehrs-AG stellt einen kostenlosen Buspendelverkehr zur Verfügung: ab 9 bis 9.45 Uhr alle 15 Minuten ab Haltestelle „Erfurtplatz“ über „Sachsendamm“, „Militschstraße“, „Liegnitzstraße“, „Görlitzstraße“, „HEH-Kliniken“, „Glogaustraße“, „Siekgraben“ zur Sammelunterkunft. Sobald die Entschärfung beendet ist, fahren die Busse über die gleiche Strecke in die betroffenen Stadtteile zurück. Ab 9 Uhr ist das Aussteigen aus den SEV-Bussen der M1 und der Tram 2 zwischen der Haltestelle „Richmondweg“ und Stöckheim beziehungsweise Heidberg nicht mehr möglich. Ab 10 Uhr bis zum Ende der Bombenentschärfung werden die SEV-Busse der M1 und der Tram 2 sowie die Busse der Linie 420 umgeleitet.
Wer Hilfe beim Verlassen der Wohnung oder einen Krankentransport zur Sammelunterkunft benötigt, wird gebeten, sich unter Telefon 1 92 22 zu melden. Unter Telefon 2 34 56 78 steht die Feuerwehr für allgemeine Informationen zur Verfügung.
Für die Zeit der eigentlichen Entschärfung müssen auch die Bahnstrecken Richtung Salzgitter und Bad Harzburg sowie die Autobahnen 39 und 395 gesperrt werden. Die A 39 wird in beiden Richtungen zwischen dem Autobahnkreuz Süd-West und der Abfahrt Südstadt (Salzdahlumer Straße) gesperrt. Die Autobahn A 395 wird in beiden Richtungen ab Stöckheim bis zum Übergang in die Wolfenbütteler Straße in Braunschweig gesperrt.
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