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Buchbesprechung: Abenteuer in der Pampa

Sabrina Janesch: Tango für einen Hund

Sabrina Janesch erweckt mit „Tango für einen Hund“ ein Sammelsurium an Typen zum Leben.

Von Marion Korth, 28.12.2014.

„Lustige Bücher“ mit einem komischen Helden sind nicht so mein Ding.

Entsprechend schwer tat ich mich mit den ersten Seiten von „Tango für
einen Hund“ der jungen Gifhorner Schriftstellerin Sabrina Janesch.„Lustige Bücher“ mit einem komischen Helden sind nicht so mein Ding.

Entsprechend schwer tat ich mich mit den ersten Seiten von „Tango für
einen Hund“ der jungen Gifhorner Schriftstellerin Sabrina Janesch.
Aber dann zog mich die temporeiche Geschichte doch in ihren Bann und ich schmiss meine anfänglichen Bedenken fröhlich über Bord.

Der jugendliche Held Ernesto Schmitt hat ein sicheres Gespür dafür, zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort zu sein. Nachdem die Mühle in Semmenbüttel, das trotz des fiktiven Namens unschwer als Gifhorn zu identifizieren ist, in die Luft fliegt, muss er die Strafe in Form von Sozialstunden abarbeiten. Das ist aber nur der Beginn einer abenteuerlichen Odyssee in Richtung Uelzen und mitten hinein in Kiefernwälder und die Heide, wo es nur so von Barbaren und Bestien wimmelt. Ernesto muss mit seinem überraschend aus Argentinien aufgetauchten Onkel Alfonso, der eines Tages mit dem riesenhaften Hirtenhund Astor bei ihm vor der Tür steht, eine Mission erfüllen.

Astor soll als Letzter seiner Art zur Hundeausstellung nach Bad Diepenhövel. Die beiden Abenteurer haben bald das Jugendamt und die Polizei auf den Fersen, erleiden mit einer altersschwachen vierrädrigen „Möhre“ Schiffbruch mitten im Wald, wo Odins Nachfahren und wilde Wölfe auf sie warten.
Schnodderig im Ton, durchmischt mit Plattdeutsch und Spanisch, erweckt Sabrina Janesch ein Sammelsurium von Typen zum Leben, die es so oder ähnlich tatsächlich gibt.

Bis Ernesto gegen Ende seiner Reise mit Swantje liebestrunken im Heu versinken und seinen Talisman, das ausgestopfte Krokodil Baby, getrost im See versenken kann, vergehen aufregende Tage.

„Tango für einen Hund“ ist auch eine Art Jugendbuch, Road-Movie und Entwicklungsroman zugleich, lustig und voller Tempo geschrieben, in jedem Fall aber eine Liebeserklärung an all die schrägen Gestalten, die zwischen Heide, Moor und Kiefern fröhlich ihr Unwesen treiben. Ihr Debütroman „Katzenberge“ erschien bereits 2010 im Aufbau Verlag.

Sabrina Janesch, „Tango für einen Hund“, 303 Seiten, Aufbau Verlag, 978-3-351-03308-8,19,95 € Euro.
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