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Bohrende Fragen zur Asse

BfS kam mit dem Infomobil – Im November soll erste Atommüllkammer untersucht werden.

Von Marion Korth, 10.07.2011

Braunschweig. Zwischen Ständen mit Blumen und Kartoffeln steht das blaue Infomobil des Bundesamtes für Strahlenschutz auf dem Kohlmarkt. Es hat neue Informationen an Bord. Ein zusätzlicher Schacht soll ins Bergwerk Asse gebohrt werden, um die Fässer mit Atommüll sicher bergen zu können (die nB berichtete).

Im Ausschlussverfahren seien mögliche Standorte für den neuen Zugang geprüft worden. „500 Meter östlich des Hauptschachtes würden wir gern Probebohrungen machen“, sagt Dr. Ingo Bautz. Er leitet das Informationszentrum Asse in Remlingen und war am Donnerstagvormittag mit dem Infomobil in Braunschweig. „Wir müssen schauen, ob es technisch möglich ist, einen neuen Schacht zu bohren.“ Bautz spricht von einer „Herausforderung“. Zwei vorhandene Schächte seien bereits abgesoffen, beim Bau des Schachtes 2 habe es ebenfalls Probleme mit eindringendem Wasser gegeben.
Bis mit den Probebohrungen begonnen werden kann, wird es noch einige Zeit dauern. Fest steht jedoch der Zeitpunkt, wann die erste Kammer, in der Atommüll lagert, angebohrt wird. Wenn alles läuft wie geplant, soll es Anfang November losgehen, die Genehmigung dazu sei mit den entsprechenden Auflagen erteilt worden. Die Sicherheitsvorkehrungen seien sehr umfangreich. Auf keinen Fall dürfe Radioaktivität frei werden oder ein Gebinde mit Atommüll angebohrt werden. Seit September vergangenen Jahres würden sich die Mitarbeiter mit der komplizierten Bohrtechnik vertraut machen.
Ausgewählt wurden die Kammern sieben und zwölf in 750 Metern Tiefe. „Die bilden einen guten Querschnitt“, erläutert Bautz. In Kammer sieben wurden die Fässer mit Atommüll über eine Rampe gestürzt und anschließend mit Salz bedeckt. Auf dieser Fläche stehen weitere Behälter mit einer Betonummantelung. In Kammer zwölf wurden die Atommüllbehälter liegend gestapelt. Das BfS will sich ein Bild machen, wie es hinter den Betonwänden aussieht und daraus Schlüsse ziehen, was in den anderen Kammern im Bergwerk zu erwarten ist. Die Untersuchungen sind Teil der Probephase, um die Rückholung von rund 126 000 Fässern Atommüll aus dem maroden Bergwerk vorzubereiten.
„Unser Ziel ist es, über alles sachlich zu informieren“, erläutert Bautz. Im Infomobil laufen Animationen zum Thema Asse über die Bildschirme, über Kopfhörer gibt es ergänzende Erläuterungen. Es herrscht kein Massenandrang, aber ein stetiges Kommen und Gehen. „Die Leute bringen uns immer etwas mit: ihre Fragen, ihre Sorgen, ihre Ängste“, sagt Bautz. Aber er findet es interessant, mit den Menschen zu diskutieren. Das BfS als neuer Betreiber will Transparenz garantieren. Aber die Zeit des Verschleierns und Verschweigens der wahren Zustände im Atommüllager sind noch nicht vergessen. „Die Leute sind misstrauisch, aber sie finden es gut, dass wir uns dem Thema und den verschiedenen Meinungen stellen“, sagt er.
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