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Bobs führt direkt ans Berufsziel

Gemeinschaftsinitiative zur frühen und flächendeckenden Berufsorientierung vorgestellt

. Von Marion Korth, 08.06.2011

Braunschweig. Jungen wollen Koch werden wie Tim Mälzer und Mädchen Krankenschwester wie in der Fernsehserie „Für alle Fälle Stefanie“. Mit der Wirklichkeit haben diese Wünsche wenig zu tun. In Braunschweig soll nun flächendeckend und in großem Stil die Berufsorientierung zum Thema gemacht werden.

Fachkräftemangel steht auf der einen Seite, auf der anderen Seiten stehen Jugendliche, die in schulischen Warteschleifen hängen, ihre Ausbildung abbrechen (15 Prozent), das Studienfach wechseln (30 Prozent). Die falsche Berufswahl ist teuer und für die jungen Leute frustrierend.
Nach den Sommerferien soll das Projekt Berufsorientierung Braunschweig, kurz Bobs, mit rund 2300 Schülern der achten Klasse beginnen und bis 2013 mit dann insgesamt 4600 Schülern fortgeführt werden. Mehr als 1,7 Millionen Euro werden in die Gemeinschaftsinitiative gesteckt. Die Stadt Braunschweig stockt ihre Mittel von derzeit rund 134 000 Euro um zusätzliche 645 000 Euro auf. Die Agentur für Arbeit übernimmt 40 Prozent der Kosten, die Braunschweigische Landesparkasse bringt sich mit finanzieller Unterstützung, mit Mitarbeitern aus der Aus- und Weiterbildung sowie zusätzlichen Praktikumsplätzen ein. Nachahmer aus der Wirtschaft sollen mit ihrem Engagement die Projektzukunft nach 2013 sichern.
Bislang gebe es mehr als 120 verschiedene Berufsorientierungsprojekte. Bobs soll sie alle ersetzen. „Das völlig Neue ist, dass dieses Projekt flächendeckend für die ganze Stadt gilt und dass alle Elemente der Beratung und Orientierung in ein pädagogisches Gesamtkonzept eingebunden sind“, erläuterte Harald Eitge, Leiter der Agentur für Arbeit, gestern. Ein Berufseignungstest, Praktika direkt in den Betrieben und für Elftklässler eine Studienwahlberatung sind einzelne Segmente. „Jeder Schüler wird sich sechs Wochen in Betrieben tummeln können“, versprechen die Initiatoren.
Die Projekt Region Braunschweig GmbH, die das Projekt Bobs in die Tat umsetzt, wird in den nächsten Wochen in Betrieben und in Schulen für das Konzept werben, damit alle gemeinsam an den Start gehen können. Erfahrungen aus Salzgitter und Wolfenbüttel hätten zudem gezeigt, dass sich auch Eltern gut einbinden lassen. Deren Wissen und deren Meinung sei mit entscheidend für die Richtung, in die die Berufswahl zielt.
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