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Bewegung auf dem Lehrstellenmarkt

280 Jugendliche nutzten die Chance, sich direkt bei Unternehmen vorzustellen. Foto: T.A.
Braunschweig: IHK |

IHK und Arbeitsagentur veranstalteten Börse „Ab in die Ausbildung“ – Noch 1300 freie Stellen.

Von Martina Jurk, 04.07.2015

Braunschweig. Der Endspurt auf dem Lehrstellenmarkt hat begonnen. Am 1. August startet das neue Ausbildungsjahr, und es gibt noch freie Plätze. 1300, um genau zu sein, im gesamten Bezirk der Arbeitsagentur Braunschweig-Goslar. „Ebenso viele Jugendliche suchen noch eine Lehrstelle“, sagte Bereichsleiter Andreas Dames. Zum zweiten Mal veranstaltete die Arbeitsagentur gemeinsam mit der IHK die Börse „Ab in die Ausbildung“.

Direkter ging es nicht. Ausbildungsplatzsuchende konnten quasi Auge in Auge in Kontakt treten mit 15 beteiligten Unternehmen, die 63 freie Lehrstellen anzubieten haben. Die Jugendlichen konnten auch gleich ihre Bewerbungsunterlagen mitbringen. 280 Schüler nutzten am Donnerstag im Kongresssaal der IHK die Gelegenheit. Es seien viele Termine zum Probearbeiten verabredet worden, die ausstellenden Unternehmen seien sehr zufrieden gewesen, bilanzierte die IHK. Ein Unternehmer habe nach eigenen Angaben einen richtigen „Rohdiamanten“ im Gespräch gehabt, den er definitiv einstellen wolle.

Gesucht werden Auszubildende im kaufmännischen, gewerblichen und technischen Bereich, unter anderem Fachinformatiker, Zerspanungsmechaniker, Kaufleute für Büromanagement und Azubis für verschiedene gastgewerbliche Berufe. Auch zwei Plätze für das Duale Studium können noch besetzt werden. Insgesamt 21 Ausbildungsberufe sind im Angebot. Weitere freie Plätze bietet die Lehrstellenbörse der IHK (www.dihk.de).
Seit mehreren Jahren haben Firmen zunehmend Probleme, ihre freien Ausbildungsplätze zu besetzen. Akuter Fachkräftemangel ist die Folge. Anja Klockenhoff, Abteilungsleiterin für Aus- und Weiterbildung in der IHK, nennt Gründe dafür: Ein Großteil der Bewerber würde sich für die klassischen und stark frequentierten Ausbildungsberufe bewerben. Auf der anderen Seite würden die Betriebe den Fokus zu sehr auf die Schulnoten der Bewerber richten. So will die Öffentliche Versicherung in Zukunft mehr Realschüler mit gutem Abschluss einstellen, noch mehr Werbung in Schulen machen und mehr Praktika anbieten. „Heute reicht es nicht, Auszubildende zu suchen, sondern das Unternehmen muss etwas bieten. Es gibt noch andere Betriebe, die Versicherungskaufleute ausbilden. Ein Konkurrenzkampf um Azubis. Deshalb will die Öffentliche mit der Stärkung ihrer Marke punkten“, sagte Klockenhoff.

Allerdings, so Alexander Sonnhof, Ausbilder bei der Öffentlichen, sinke das Niveau der Bewerber. „Viele scheitern schon am Einstellungstest, wissen nicht, was sie wollen oder es fehlt ihnen an Allgemeinwissen.“ Auch die Jugendlichen müssten sich gut „verkaufen“ und kreativ sein. „Wer zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird, sollte sich auf das Unternehmen vorbereiten. Die Eltern sollten ihre Kinder im Bewerbungsprozess unterstützen und begleiten“, rät Dames.
Wer noch auf Suche ist, kann sich an die Ausbildungsberater der IHK Bärbel Christ oder Günter Arns, Telefon: 4 71 52 44 oder 4 71 52 35 oder an die Service-Hotline bei der Agentur für Arbeit: 0800 4 55 55 00 wenden.
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2 Kommentare
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Horst Schmid aus Braunschweig - Innenstadt | 04.07.2015 | 18:46  
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Martina Jurk aus Braunschweig - Innenstadt | 07.07.2015 | 11:50  
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