Anzeige

Autonomes Fahren: Fahren wird bald ohne Lenkrad?

Wenn es um die Zukunft der Automobilbranche geht spielt der Begriff des "autonomen Fahrens" häufig eine zentrale Rolle, da sowohl die Industrie als auch der Gesetzgeber ein starkes Interesse an der Automatisierung des Straßenverkehrs haben. So ist es für viele Experten nur noch eine Frage der Zeit, bis Computer teilweise oder sogar vollständig die Kontrolle über Kraftfahrzeuge übernehmen. Doch was bedeutet diese Entwicklung für die Menschen und wie könnte die autonome Technik in Zukunft das Leben auf den Straßen rund um die Region Braunschweig und dem Rest des Landes verändern?

Autonomes Fahren: Mehr Sicherheit durch weniger Kontrolle

Unter dem Begriff des autonomen Fahrens wird grundsätzlich die Teil- bzw. Vollautomatisierung von Fahrzeugen verstanden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Assistenzsystemen wie beispielsweise ABS und ESP, können autonome Fahrzeuge komplette Fahrmanöver selbständig durchführen und sollen in ferner Zukunft sogar den Fahrer komplett ersetzen können. Technisch werden selbstfahrende Autos mit der Hilfe von modernen Sensoren und Aktoren sowie einem computergestützten Netzwerk realisiert. So registriert zum Beispiel ein optischer Kamerasensor Verkehrsschilder wie Geschwindigkeitsbegrenzungen am Fahrbahnrand und gibt die gesammelten Informationen an eine interne Rechnereinheit weiter.

In der Folge kann das System durch die Regulierung der Bremsen bzw. dem Gaspedal die Fahrgeschwindigkeit automatisch der erfassten Vorgabe anpassen. Die Automatisierung des Straßenverkehrs würde laut zahlreichen Studien die Unfallzahlen und damit auch die Menge der Verkehrstoten drastisch reduzieren. So gehen Forscher davon aus, dass durch die voranschreitende Automatisierung die Anzahl der Unfälle auf geraden Strecken bis 2060 um rund 15% abnehmen könnte. Problem: Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung sieht eine hohe Zahl selbstfahrende Autos eher skeptisch. 61 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage können sich nicht vorstellen, ein autonomes Fahrzeug zu nutzen.

Welche Unterscheidungen existieren bei selbstfahrenden Fahrzeugen?

Wer sich etwas intensiver mit der Thematik des autonomen Fahrens auseinandersetzt wird schnell feststellen, dass es in Bezug auf selbstfahrende Autos zahlreiche, technische Unterschiede gibt. Aus diesem Grund werden die intelligenten Fahrzeuge hinsichtlich ihres Automatisierungsgrades in sechs Stufen - auch Level genannt - unterteilt. Die Bandbreite reicht dabei von Fahrzeugen die komplett ohne Fahrer auskommen (Level 5) bis hin zu Autos, bei denen überhaupt keine Assistenzsysteme verbaut wurden (Level 0). Zwischen diesen Kategorien befinden sich teilautomatisierte Fahrzeuge, welche mit ansteigendem Level einen höheren Automatisierungsgrad aufweisen. Auch der Datenschutz ist ein heikles Thema - denn ohne Tracking und Nutzerprofil geht hier in der Regel nichts.

So verfügen zum Beispiel Level-1-Fahrzeuge über kleinere Hilfssysteme wie unter anderem einem Abstandsregeltempomat oder einer Berganfahrhilfe. Level-2-Autos können hingegen ausgewählte Funktionen wie beispielsweise Einparken oder das Halten der Fahrspur selbstständig übernehmen. Dass dritte Level bezeichnet hochautomatisierte Fahrzeuge, die bereits ganze Fahrmanöver durchführen können, sodass der Fahrer sich nebenbei anderen Dingen zuwenden kann. Die vorletzte Automatisierungsstufe beinhaltet Autos, bei denen das System dauerhaft und zu großem Teil die Fahrzeugführung übernimmt, während der Fahrer allerdings zu jeder Zeit in das Geschehen eingreifen kann. Bei Level-5 handelt es sich dann letztlich um Fahrzeuge die vollständig autonom fahren können, ohne Hilfe vom Menschen zu benötigen.

Wie ist der aktuelle Stand der Technik und welche Veränderungen bringt die Zukunft?

Gegenwärtig arbeitet der Gesetzgeber vor allem an der Realisierung von Level-3-Fahrzeugen, wobei der Fokus hauptsächlich auf der Automatisierung des Autobahnverkehrs liegt. So sind deutsche Autobauer wie Volkswagen und Mercedes-Benz schon länger dazu in der Lage, hochautomatisierte Systeme in Serienreife zu verbauen. Im Vergleich zur Fahrzeugindustrie liegt die Gesetzgebung mit ihren Ambitionen allerdings mehr als nur einen Schritt zurück, da sowohl internationale Hersteller wie Tesla als auch deutsche Autobauer schon heute intensiv mit der Entwicklung von Level-4- und Level-5-Fahrzeugen beschäftigt sind. Jedoch müssen für hochentwickelte Systeme dieser Art zuerst die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, weshalb nicht mit einer rasanten Vollautomatisierung zu rechnen ist. Aktuell profitieren vor allem Fahrzeughallen-Hersteller von der Entwicklung, da im Zuge der Forschung vermehrt spezielle Testumgebungen geschaffen werden müssen.

Autonomes Fahren im Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis auf den Straßen im Region Braunschweig Autos ohne Lenkrad ihre Insassen transportieren. Kurzfristig könnte allerdings vor allem die Sicherheit auf den Autobahnen durch die Implementierung von Level-3-Systemen signifikant gesteigert werden. Ob sich die Technik wirklich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten - hier hat der Verbraucher letztlich das letzte Wort.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.