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Arbeitsstress ungesund fürs Herz

Aktueller Gesundheitsreport der DAK: Deutlicher Anstieg von psychischen Erkrankungen

. Von Martina Jurk, 26.09.2012

Braunschweig. Immer mehr Beschäftigte leiden unter psychischen Erkrankungen. Um 28 Prozent ist im vergangenen Jahr die Anzahl der Ausfalltage im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport für das Braunschweiger Land der Deutschen Angestellten Krankenkasse DAK hervor.

Auch bei Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Bronchitis gab es einen Anstieg um 3,5 Prozent. Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen blieben die häufigste Krankheitsursache, allerdings gab es einen leichten Rückgang von 2,8 Prozent. Damit liegt das Braunschweiger Land im Niedersachsen- und Bundesdurchschnitt.
Als bislang wenig beachteter Risikofaktor für einen Herzinfarkt wird der Arbeitsstress ausgemacht. Mehr als 6000 Menschen in Niedersachsen verstarben 2010 am Herzinfarkt. „Neben den klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Bluthochdruck sollte auch dem Faktor Arbeitsstress Aufmerksamkeit geschenkt werden“, so der Chef der DAK-Gesundheit Hans-Joachim Hoffrichter. Es bestehe ein Ungleichgewicht zwischen Verausgabung und Belohnung. Das nenne man Gratifikationskrise. Häufige Belastungsfaktoren seien die Vermehrung des Arbeitsvolumens, ungerechte Behandlung, Unterbrechungen und Störungen, zum Beispiel durch Handyanrufe, nicht angemessene Entlohnung, unzureichende Belohnung für geleistete Arbeit, Zeitdruck. Davon sind in Niedersachsen knapp zehn Prozent der Beschäftigten betroffen – vor allem Facharbeiter und Arbeiter, die meisten davon in der Altersgruppe der 50- bis 55-Jährigen.
Da die Betroffenen dem wenig Beachtung schenken würden, sollte Prävention auch im Betrieb stattfinden. „Gesundheitsförderung gehört zunehmend zu den Führungsaufgaben in Unternehmen“, meint Hoffrichter. Die DAK unterstütze und fördere Maßnahmen wie Bewegungsprogramme im Internet oder Stressmanagement am Arbeitsplatz. Ergänzend dazu bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten eine kostenlose Herz-Kreislauf-Prophylaxe an, die normalerweise keine Kassenleistung ist. Dazu wurde jetzt ein Vertrag mit einer Fachpraxis für Gefäß- und Kreislauferkrankungen geschlossen. Hier werden Risikopatienten speziell untersucht und Behandlungs- beziehungsweise Präventionsmaßnahmen festgelegt. „Wir sind vom Erfolg dieses Programms überzeugt“, so Hans-Joachim Hoffrichter, der hofft, dass andere Krankenkassen ähnliche Vorstöße wagen.
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