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Angst vor Infektion mit EHEC

In Braunschweig bis jetzt noch keine Erkrankung – Zwei Verdachtsfälle werden untersucht.

Von Martina Jurk, 25.05.2011

Braunschweig. Bis jetzt gibt es in Braunschweig niemanden, der an der bakteriellen Darminfektion EHEC erkrankt ist. Bei zwei Patientinnen bestehe der Verdacht auf eine Infektion, so das Gesundheitsamt.

„Zurzeit erscheint die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich die beiden Verdachtsfälle bestätigen. Ergebnisse werden dazu erst in einigen Tagen vorliegen“, sagt Dr. Sabine Pfingsten-Würzburg, Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes. Vor allem in Norddeutschland treten vermehrt Fälle der Erkrankung auf. Die Rede ist von mehr als 400 Verdachtsfällen bundesweit, davon 96 in Niedersachsen. Eine 83-Jährige starb in Niedersachsen. Bei zwei weiteren Todesfällen in Schleswig-Holstein und Bremen wurde EHCE als Ursache noch nicht bestätigt. „Ungewöhnlich sind das Ausmaß der Infektion und die betroffene Altersgruppe“, sagt Professor Dr. Dr. Wilfried Bautsch vom Klinikum Braunschweig.
Die Zahl der schweren Krankheitsverläufe in einem kurzen Zeitraum ist alarmierend. Eine besonders schwere Form der Erkrankung ist das hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), das zu akutem Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall roter Blutkörperchen bis hin zum Tod führen kann. Derzeit gibt es bereits mehr als 80 HUS-Fälle. Betroffen sind vor allem Erwachsene, überwiegend Frauen. Bis voriges Jahr waren es in der Mehrzahl Kinder.
Bislang gibt es nur Vermutungen über die Quelle, von der die akute Infektion ausgegangen ist oder sogar noch ausgeht. „Es gibt eine Menge Informationen, aber noch keine Eingrenzung, um mit Bestimmtheit sagen zu können, dass es sich um mit Fäkalien verunreinigtes Gemüse handelt. Das ist noch eine spekulative Annahme“, meint Professor Bautsch, Chefarzt im Institut für Mikrobiologie, Immunologie und Krankenhaushygiene. Falls sich die Vermutung der Lebensmittelverunreinigung bestätigen sollte, sei die große Frage, wie die Tierfäkalien in die Lebensmittel gelangt sind. Die Bakterien seien im Trockenen nicht lebensfähig und sie seien hitzeempfindlich. „Es kann also auf keinen Fall schaden, Gemüse zu kochen“, empfiehlt der Mediziner.
Spezielle Vorbeugemaßnahmen neben den über die Medien bereits kommunizierten werden derzeit vom städtischen Gesundheitsamt nicht herausgegeben. Empfohlen wird persönliche Hygiene und eben das Kochen von Lebensmitteln. Das Robert-Koch-Institut rät allen Personen mit Durchfall, Hände-Hygiene strikt einzuhalten, insbesondere gegenüber Kleinkindern und immungeschwächten Personen.
„Bei einem harmlosen Durchfall besteht kein Grund zur Sorge. Bei blutigem Durchfall sollte der Hausarzt aufgesucht werden, der alles weitere veranlasst. Bei schweren Blutungen mit Kreislaufproblemen ist es ratsam, sich in die Notaufnahme einer Klinik zu begeben“, empfiehlt Professor Bautsch. Zum Verlauf der Erkrankung erklärt das Robert-Koch-Institut: Ein kleinerer Teil der EHEC-Infektionen entwickele sich als schwere Verlaufsform mit krampfartigen Bauchschmerzen und blutigem Durchfall. Symptome von EHEC verursachten HUS-Erkrankungen würden innerhalb einer Woche nach Beginn des Durchfalls beginnen. Der Zeitraum zwischen der Infektion und den ersten Durchfallsymptomen betrage durchschnittlich drei bis vier Tage.
Da noch keine Infektionsquelle ermittelt werden konnte, laufe die Ursachenfindung mit Nachdruck, informiert das Niedersächsische Landesgesundheitsamt. Das hat ab sofort werktags von 10 bis 12 Uhr eine Hotline unter der Telefonnummer 0511/4 50 55 55 geschaltet.
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