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Alzheimer-Tage wollen Demenz aus der Tabuzone holen

Vertreter dieser fünf Institutionen richten die 9. Braunschweiger Alzheimer-Tage aus, v.l.: Christoph Bettac (Alzheimer Gesellschaft Braunschweig), Rainer Rinne (Regionaldirektor AOK), Sabine Maliske (Stadt Braunschweig, Leiterin des Seniorenbüros), Gertrud Terhürne (Ambet, Leiterin der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle), Petra Ring (Institut für Persönliche Hilfen). Foto: Alzheimer Gesellschaft Braunschweig e.V.

Veranstaltung vom 25. bis 27. Mai richtet sich dieses Mal bewusst an die breite Öffentlichkeit.

Von Birgit Leute, 17.05.2016.

Braunschweig. Jeder Vierte über 80 Jahre leidet an Demenz, in Braunschweig sind aktuell rund 3800 Menschen betroffen. Die Braunschweiger Alzheimer-Tage informieren alle zwei Jahre über den jüngsten Forschungsstand, über die Erkrankung an sich und bieten daneben Angehörigen Unterstützung an. In diesem Jahr finden sie vom 25. bis 27. Mai statt.

Unter dem Motto „Neue Schritte wagen“ gehen die Veranstalter erstmals bewusst in die breite Öffentlichkeit und richten die Auftaktveranstaltung auf dem Kohlmarkt aus. Bürgermeisterin Friedrike Harlfinger wird die 9. Alzheimer-Tage am Mittwoch (25. Mai) um 11 Uhr offiziell eröffnen.

„Nach 18 Jahren wollten wir ein Zeichen setzen und die Demenz noch einmal nachdrücklich aus der Tabuzone heraus holen“, sagt Christoph Bettac von der Alzheimer Gesellschaft Braunschweig. Gemeinsam mit der AOK, dem Seniorenbüro der Stadt, dem Verein Ambet und dem Institut für persönliche Hilfen richtet die Gesellschaft die Informationstage regelmäßig aus.

Im Mittelpunkt stehen in der Regel Vorträge von Fachleuten und Fachärzten zur Demenz und zu den Möglichkeiten, wie sich der Verlauf der Erkrankung, für die es bislang keine Heilung gibt, verzögern lässt (siehe Infokasten). Darüber hinaus beantworten die Einrichtungen in diesem Jahr zusätzlich Fragen der Passanten auf dem Kohlmarkt.

„Vielleicht haben Sie ja schon einmal darüber nachgegrübelt, warum Sie in letzter Zeit so vergesslich sind und möchten sich unverbindlich informieren, welche Anzeichen ernst genommen werden sollten und welche harmlos sind“, lädt Bettac ein. Auch Angehörige könnten sich an die Veranstalter um Hilfe wenden. „Demenz macht einsam – nicht nur den Betroffenen, sonder auch die Familie, die sich rund um die Uhr mit der Krankheit auseinandersetzen muss“, betont Sabine Maliske vom städtischen Seniorenbüro. Die Einrichtungen fördern mit verschiedenen Veranstaltungen die sozialen Kontakte und helfen – falls erforderlich – auch mit rechtlicher Beratung und Betreuung.

„Immer wieder hören wir den Satz: ’Wenn ich das nur früher gewusst hätte‘. Dem wollen wir mit den Alzheimer-Tagen begegnen, denn wahr ist: Durch die Überalterung der Gesellschaft wird die Zahl der Erkrankungen in den nächsten Jahrzehnten steigen. Erste Anzeichen lassen sich schon 30 oder 40 Jahre vor dem Ausbruch feststellen. Deshalb ist die Früherkennung so wichtig“, unterstreicht AOK-Regionaldirektor Rainer Rinne.


PROGRAMM

25. Mai, 11 bis 16 Uhr: Auftaktveranstaltung auf dem Kohlmarkt mit Informationen und Beratung zum Thema Demenz, Walking Acts, Reha-Tanz, Memory-Gedächtnis-Test. kostenloser Basischeck Blutzucker, Blutdruck und Blutfett durch das Gesundheitsamt.

26. Mai, 14.30 bis 18 Uhr: Vorträge und Informationsstände der Veranstalter im AOK-Gesundheitszentrum, Am Fallersleber Tore 3-4;
15 Uhr: „Sport hält Ihre grauen Zellen auf Trab“, Vortrag von Dr. Christoph Herrmann, Klinik für Neurologische Rehabilitation, Seesen;
16.30 Uhr: „Stürze vermeiden – Kraft und Gleichgewicht entwickeln“, Vortrag von Klaus Gebauer, Sportpädagoge, Quest e.V.

27. Mai, 16 bis 18 Uhr, Haus der Wissenschaft, Pockelsstraße 11: „Prävention und Früherkennung von Demenz“, Vortrag von Prof. Dr. Lutz Frölich, Zentralinstitut für seelische Gesundheit, Mannheim.
(Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich)
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