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Ärztestreik erreicht Braunschweig

Klinikum: Patienten müssen sich auf längere Wartezeiten für Operationen einstellen.

Von Jens Radulovic, 26.05.10

Braunschweig. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat den Druck im laufenden Tarifstreit mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände erhöht: Seit gestern befinden sich auch die Ärzte an den kommunalen Kliniken in Braunschweig im Ausstand.

„Der Streik ist unbefristet und geht so lange, bis wir ein verhandlungsfähiges Angebot von der Arbeitgeberseite erhalten“, erklärt Jens Kersten, Oberarzt in der medizinischen Klinik III am Klinikum Braunschweig und Bezirksvorsitzender des Marburger Bundes für den Bezirk Braunschweig. Dies sei aus Sicht des Marburger Bundes bislang nicht geschehen. Zwar habe die Arbeitgeberseite ein Angebot vorgelegt, dies sei aber im Wesentlichen mit den mit Verdi verhandelten Vereinbarungen identisch. „Wir sind eine eigenständige Berufsgruppenvertretung und erwarten daher auch ein individuelles Angebot.“
Die Gewerkschaft fordert ihrerseits fünf Prozent mehr Gehalt, bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste und eine Anhebung der Nachtdienstzuschläge. „Derzeit beträgt der Zuschlag für Nachtdienste im ärztlichen Bereich 1,28 Euro pro Stunde“, so Kersten.
Patienten, denen eine Operation bevorsteht, müssen sich auf längere Wartezeiten einrichten. Darauf weist das Klinikum hin. „Eingriffe in der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, der Neurochirurgie sowie der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik sind bereits abgesagt worden“, so Ulrike Schelling, Pressesprecherin des Klinikums. Die Länge der entstehenden Wartezeiten hänge von der Dauer des Streiks ab.
Zwischen Marburger Bund und der Geschäftsführung des Klinikums sei aber eine Notdienstvereinbarung getroffen worden. „Dringende Operationen werden also auch weiterhin durchgeführt“, sagt Schelling. Einige Bereiche, wie beispielsweise die Kinder- und Jugendmedizin sowie der Kreißsaal seien vom Streik nicht betroffen, so Schelling weiter.
Informationen zu den Auswirkungen des Ärztestreiks und Ansprechpartner finden betroffene Patienten auf der Internetseite des Klinikums unter www.klinikum-braunschweig.de.
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