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Zu kühl für Wasserratten

Nur einige hartgesottene Schwimmer zogen in den vergangenen Tagen im Bürgerpark ihre Bahnen. Foto: Ammerpohl

Freibadesaison verlief in diesem Jahr eher mau.

Von Birgit Leute, 03.08.2014.

Braunschweig. Zu kühl und zu nass – so lautet das Urteil der Wetterfrösche über den diesjährigen Hochsommer. Die niedrigen Temperaturen haben vor allem den Freibadbetreibern die Saison vermiest.

30 000 Besucher weniger als im vergangenen Jahr – Jürgen Scharna, Chef der Stadtbad GmbH, ist über diesen Sommer alles andere als begeistert. Am vorletzten Augustwochenende schloss bereits das Raffteichbad, „für 20 bis 30 Schwimmer über den Tag verteilt kann ich das Bad nicht 14 Stunden offen halten“, sagt Scharna schulterzuckend. Auch das Kennelbad hat seine Türen schon dichtgemacht. Für die Hartgesottenen unter den Schwimmern stehen jetzt noch der Bürgerpark und die Wasserwelt mit ihrem Freibecken zur Verfügung.

„Freibäder sind immer ein Zuschussgeschäft“, sagt Scharna aus Erfahrung. Mit nur 16 Grad, so der Deutsche Wetterdienst, war der August um 1,5 Grad kühler als die vergangenen Jahre und mit nur 172 Stunden hat auch die Sonne nicht ihr Soll erfüllt.

Selbst wenn der September noch ein paar spätsommerliche Tage bereithält: Die Saison ist für die Freibadbetreiber gelaufen. „Nach den Ferien ist erfahrungsgemäß die Luft ’raus“, sagt Jürgen Scharna, Geschäftsführer der Stadtbad GmbH. Die Familien kämen jetzt aus den heißen Mittelmeerländern zurück. „Die gehen bei 20 Grad nicht mehr schwimmen, sondern ziehen sich einen Pullover an.“

Aufgefangen wurde die schlechte Bilanz von der Wasserwelt, die im Juli eröffnet wurde und in den ersten Tagen „krachend voll“ war, so Scharna. Ob die Leute nur aus Neugier kamen oder vor dem Wetter flüchteten – darauf will sich der Stadtbadchef nicht festlegen. „Man darf nicht vergessen, dass es genug Leute gibt, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht so gern der Sonne aussetzen und lieber ins Hallenbad gehen.“

Echte Sorgenfalten hat Karl-Heinz Langpfahl, Vorsitzender des Vereins Kennel-Bad. Seit zwölf Jahren betreibt der Verein den Badesee im Süden Braunschweigs. Ohne Zuschüsse und nur durch Mitgliedbeiträge und Eintrittsgelder. Durch die Witterung war das Bad 27 Tage weniger geöffnet als vergangenes Jahr und zählte ganze 9000 Besucher weniger. „Mai und Juni waren schon nicht optimal, die paar schönen Tage im Juli haben letztlich die Bilanz nicht gerettet“, sagt Langpfahl.

Zwar betreibt der Verein mit einem Campingplatz ein Zusatzgeschäft, aber das läuft bislang eher nebenher. „Wir hoffen immer auf Dauercamper. Im Sommer wohnten zum Beispiel für vier Monate Monteure bei uns, das war sehr gut“, sagt Langpfahl. Ansonsten hat auch das Kennelbad inzwischen seit zwei Wochen die Türen dicht. „Wir müssen jetzt irgendwie bis zum nächsten Jahr durchhalten“, sagt Langpfahl.
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