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Wo die Talente wohnen

Zu Besuch beim Nachwuchs im Sportlerhaus in der Jahnstraße

Von Sebastian Walther

Braunschweig. Etwas abseits der Stadien und Hallen beheimatet ein unscheinbares Gebäude in der Jahnstraße den Braunschweiger Sportnachwuchs. Hier wohnen Basketballer, Fußballer und Footballer in drei Wohngemeinschaften zusammen.

Ortstermin beim Sportlernachwuchs. Man trifft sich im Wohnzimmer der Fußballer von Eintracht Braunschweig. Kevin Neef, Stefan Brehmer und Jan Brügmann müssen später noch zum Training. Der Strafenkatalog des Vereins hängt im Flur direkt neben dem Spielplan, Poster oder gar Fußbälle sucht man in den hohen Räumen vergebens.
Zwischen der modernen Einrichtung – gesponsert vom örtlichen Möbelhaus – stehen dafür Fernseher, PCs und natürlich die obligatorische Spielekonsole. Jede Wohnung verfügt über drei Zimmer und einen Gemeinschaftsraum. Zwei Nasszellen pro Etage machen aus den rundum sanierten Wohnungen der Braunschweiger Baugenossenschaft prädestinierte Wohnräume. Der 16-jährige Kevin Neef hat vor seinem Engagement bei Eintracht bereits zwei Jahre in einem Fußballinternat gewohnt und freut sich über „mehr Privatsphäre“ und das Fördern „von Selbstständigkeit“ bei den jungen Bewohnern. Die bekommen ihr Mittagessen geliefert, müssen sich um Aufräumen, Putzen und Kochen allerdings selbst kümmern.
Ivan Douglas Jenkins schmunzelt nur, wenn es um die häuslichen Pflichten geht. Der US-Amerikaner des Zweitligisten Baskets Braunschweig ist erst vor einigen Tagen im Sportlerhaus eingezogen und bildet mit Mitspieler Davon Roberts die Basketballer-WG. Über lästige Grundsatzfragen hat man sich dort noch keine Gedanken gemacht, aber sportlich läuft es bereits rund. In seinem zweiten Spiel gab es den zweiten Sieg für sein Team. Vielleicht liegt es ja an den Spaghetti, die der Neuzugang in der voll ausgestatteten Küche so gerne kocht.
Eine Etage tiefer ist die Wohngemeinschaft der Lions noch im Aufbau. Die Saison ist zu Ende, einzig der 22-jährige Jan Lanser bewohnt im Moment die Räume, die er sich vorher noch mit Mitspielern aus Amerika geteilt hat. „In der Zeit habe ich Erdnussbutter lieben gelernt“, witzelt der BWL-Student. Ab Mai geht es für ihn und die Lions um die Titelverteidigung in der German Football League. Zeit genug, um sich auch mal ein Heimspiel seiner Nachbarn anzusehen, findet Lanser. Denn bisher beschränkt sich der Kontakt untereinander auf gelegentliche Treffen im Treppenhaus. Wie das in manchen Mietshäusern eben so üblich ist.
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