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„Wir wollen kein Theater“

Eintracht gegen Rostock: Polizei bereitet sich auf Großeinsatz vor.

Von Marion Korth, 16.03.2011.

Braunschweig. Die Polizei geht auf Nummer sicher. Bei der Drittliga-Begegnung Eintracht gegen Hansa Rostock am Sonntag im Stadion soll ein Großaufgebot von 1500 Polizisten verhindern, dass rivalisierende Fußballanhänger randalieren.

Pferde, Hunde, Straßensperrung: das komplette Programm. „Der Anpfiff für dieses Spiel war für uns schon im Januar“, sagt Joachim Grande, Pressesprecher der Polizei. Erstmalig ist eine gemeinsame Einsatzleitung mit der Bundespolizei gebildet worden. Beim Hinspiel in Rostock hatten ein paar angereiste Braunschweiger Steine und auch Feuerwerkskörper geworfen. „Es ist nicht auszuschließen, dass sich einige Rostocker Fans dafür rächen wollen“, sagt Grande.
Das ist nur eine Vermutung, aber bei Auswärtsspielen ist vieles anders. 2009 gab es Krawalle in Hamburg, wo Hansa Rostock gegen St. Pauli gespielt hatte, die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Zuletzt hatte es in Aalen Stress mit einigen Rostockern gegeben, die die Auseinandersetzung suchten. Dort flogen Feuerwerkskörper, in einem Zug wurde die Notbremse gezogen.
In Braunschweig soll so etwas nicht passieren. Aber Angst müsse niemand haben. Grande: „Es besteht keine Gefahr, da in eine Konfrontation zu geraten. Dafür sind wir da, wir wollen hier kein Theater haben.“ Die Karten für das Spiel Hansa Rostock gegen Eintracht Braunschweig waren ruckzuck weg. Das Stadion ist ausverkauft. Das heißt: 20 000 Fußballbegeisterte werden am Sonntag anreisen, 2300 aus Rostock, rund ein Fünftel von ihnen schätzt die Polizei als „problematisch“ ein.
Wer sich nicht benimmt, wird die Spielzeit wohl in Polizeigewahrsam verbringen. In den Zügen, erst recht aber am Bahnhof, wo der Entlastungszug mit Platz für 1000 Personen ankommt, werden die Fußballfans von der Polizei erwartet und auch auf der Strecke ins Stadion begleitet. Einige weitere hundert Fans werden reguläre Regionalzüge nehmen.
Nichts bleibt dem Zufall überlassen: In einer abgetrennten Zone am Bahnhof wird es Verpflegungsmöglichkeiten geben, Busse stehen bereit, um die Rostocker direkt ins Stadion zu bringen. Damit die Logistik klappt, ist sogar eine Drohne eingesetzt worden. Die fliegende Kamera lieferte der Polizei einen Geländeüberblick für die zentimetergenaue Verkehrsplanung. Haben die Busse genug Platz zum Wenden? Sogar Bordsteinkanten wurden angeglichen, damit die Niederflurbusse nicht aufsetzen.
Um 13.15 Uhr ist der Anpfiff auf dem Rasen. Die Polizei bereitet dann schon die Rückreise der Fans vor: Zu Beginn der zweiten Halbzeit um 14.15 Uhr wird die Hamburger Straße in Fahrtrichtung Norden gesperrt. Das gilt auch für Fußgänger. Sie können wegen der Gitter in der Mitte der Fahrbahn auch nicht die Straßenseite wechseln. Auf Höhe der Shell-Tankstelle können Fußgänger die Straße queren, sonst nirgendwo. Die Sperrung gilt nach bisheriger Planung bis eine Stunde nach Spielende. Wer am Schützenplatz parkt, kann nur über die A 391 Richtung Norden gelangen. Anwohner der Siedlung Schwarzer Berg können nicht in Richtung Süden fahren.
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