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„Wir wollen Begeisterung entfachen“

Frank Menz. Foto: T.A.

Basketball-Bundesliga: Die nB sprach mit Frank Menz, der die Löwen in die Zukunft führen wird.

Von Christoph Matthies, 14.05.2016.

Braunschweig. „Man muss auch damit rechnen, dass wir einen Schritt zurückmachen“, sagt Frank Menz ganz offen über die Zukunft der Löwen. Der neue Cheftrainer und Sportdirektor der Bundesliga-Basketballer setzt auf ein Konzept, in dem deutsche Talente entwickelt werden sollen. Die nB sprach mit dem ehemaligen Bundestrainer.

?Herr Menz, wie geht es in der kommenden Saison mit den Löwen-Basketballern weiter?

!Ich habe die große Hoffnung, dass wir die Etatlücke ein wenig schließen können und wir mit den Möglichkeiten, die wir hier haben, die Liga halten. Aber das wird sehr schwierig, wenn die Etatlücke nicht geschlossen wird.
Wir sind jetzt schon nicht in die Playoffs gekommen, und mit einigen Hunderttausenden weniger für die Spieler als in der vergangenen Saison muss man sich auf Abstiegskampf einstellen. Aber auch das würden wir angehen und trotzdem das Programm so weiterentwickeln, dass wir am Ende wieder Schritt für Schritt nach vorne machen.

?Sie wollen junge deutsche Talente ausbilden, ähnlich wie es in Frankfurt gelungen ist. Was aber macht Sie zuversichtlich, diese Spieler halten zu können, sobald sie ihre Klasse angedeutet haben?

!Die Spieler müssen sich wohlfühlen, sie müssen lernen und sie müssen erfolgreich sein. Wenn Spieler hochtalentiert sind und auf europäischem Niveau gute Leistungen bringen, aber – wie an anderen Standorten – in der BBL nur auf der Bank sitzen, dann ist es klar, dass sie weggehen, sobald sie Angebote bekommen, wo sie mehr Geld verdienen.
Aber ich glaube, dass sie – zusammen mit ihren Beratern – so viel Eigenverantwortung haben, dass sie bleiben, wenn sie hier die Chance haben, sich optimal zu entwickeln. Und ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass sie Spaß haben in so einer Mannschaft, mit einer großen Euphorie und Begeisterung. Das ist auch unser Ziel: Hier zusammen mit den zukünftigen Trainern so eine Begeisterung zu entfachen, dass der Funke überspringt. Ich glaube, dass uns das gelingen kann.

?Ganz ohne Importe kommt man in der BBL natürlich nicht weit. Können wir uns bei dem niedrigen Etat auf viele unbekannte Amerikaner vom College einstellen?

!Ich hoffe, dass ich nicht so viel Risiko eingehen und viele Spieler, die wir nicht kennen, vom College holen muss. Ich kenne alle deutschen Spieler und ihre Qualitäten und ich plane, mit so wenig Ausländern wie möglich zu spielen. Aber die, die man dann hier hat, müssen die Qualität haben, dass sie der Mannschaft richtig weiterhelfen. Je weniger, desto besser, aber ich glaube, dass man in der BBL schon einen Stamm von mindestens vier bis fünf ausländischen Spielern braucht.

?Schauen Sie bei der Spielersuche auch Richtung Osteuropa, etwa zum Baltikum oder zum Balkan?

!Ich bin natürlich extrem europäisch geprägt, gucke viel Euroleague und bin bei den ganzen Europameisterschaften. Ich denke, mein Konzept ist schon sehr europäisch, was nicht heißt, dass man darin nicht auch als Amerikaner sehr gut spielen kann. Aber ich gucke natürlich in jede Richtung, auch nach Osteuropa, nach Litauen und nach Serbien. Dort schaue ich, wo die talentierten jungen Spieler sind, um einen europäischen Basketballstil spielen zu können.
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