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„Wir sind wie eine Familie“

Die Footballer der Lions bedankten sich bei über 80 ehrenamtlichen Helfern mit Weihnachtsfeier.

Von Daniel Beutler, 23.12.2012.

Braunschweig. Der Erfolg hat viele Freunde, heißt es. Umso wertvoller ist dann wohl der Freundeskreis der New Yorker Lions. Seit vier Jahren im sportlichen Nirwana der Football-Bundesliga können die Lions auf stolze 80 ehrenamtliche Helfer zählen.

„Ohne die ehrenamtlichen Helfer würde es nicht gehen“, unterstreicht Lions-Pressesprecher Holger Fricke, selbst einer aus dem Heer der Freiwilligen, die Bedeutung der ehrenamtlichen Helfer für die Lions. Die Liste der Aufgaben ist dabei unheimlich lang und der Jahreszeit geschuldet könnte man sie wohl am ehesten als Weihnachtswichtel charakterisieren. Sie machen alles, ohne zu murren, ohne Bezahlung und immer mit vollem Elan. Sie renovieren Wohnungen für auswärtige Spieler, gehen mit denen zu Behörden, kümmern sich um den Internetauftritt oder übertragen die Spiele im Web-Radio.
Der größte Teil aber ist die Spieltagsorganisation. „Ohne die vielen Helfer würden wir die Spieltage so nicht hinbekommen“, macht Stefan Gribbe, ehrenamtlicher Spieltagsorganisator, deutlich. Allein das Koordinieren der zwei Heimspieltage im Monat nimmt insgesamt 40 bis 50 Stunden eigentliche Freizeit in Anspruch, wie Gribbe berichtet.
Feld kreiden, Tore aufbauen, Tribünen vorbereiten, Fan-Shops aufbauen und, und, und. Der Lohn wird im nationalen Vergleich sichtbar, wenn die Lions in anderen Stadien zu Gast sind. Die allermeisten Vereine haben viel weniger Helfer und der Aufwand rund um das eigentliche Spiel ist merklich geringer.
Viele der Lions-Helfer sind schon eine gefühlte Ewigkeit dabei. „Wir sind wie eine Familie“, hört man nicht selten an dem Abend. Walther Wächter zum Beispiel. Seit 21 Jahren für irgendwie alles zuständig. Platzwart, Trikotwäscherei oder Trainingsorganisation. Fricke hilft seit 1996 bei den Lions mit und wie ihm erging es vielen. „Ich wurde gefragt und einmal Ja gesagt, will man da gar nicht mehr raus“, erzählt Fricke. Der Lions-Fotograf Karsten Reißner kam auch dazu wie die Jungfrau zum Kinde. „Das war 2000. Da hat mir jemand eine Kamera in die Hand gedrückt, die ich eigentlich nur halten sollte. So ging’s los“, erinnert sich Reißner. Mittlerweile ist das Ehrenamt zum Hobby geworden und aus der kleinen Digitalkamera wurde eine Ausrüstung für mehrere Tausend Euro. Aus eigener Tasche bezahlt.
Die allermeisten sind wegen der Liebe zum American Football dabei, genießen die Stimmung in der Truppe der Helfer und das Wissen, zu helfen. Denn eine reine Spaßangelegenheit und ein kostenloser Stadionbesuch ist die ehrenamtliche Arbeit nicht. „Viele der Helfer kriegen vom Spiel zum Beispiel gar nichts mit“, berichtet Gribbe. Zwei davon sind Frank Zucker und Dirk Reichart. Die beiden, Reichart schon seit 1996, machen die Statistiken während der Spiele. Schreiben jeden Spielzug und was daran wichtig war auf. „Wenn mich aber wer nach dem Ausgang des Spiels fragt, dann könnte ich das nicht sagen. Höchstens wer gewonnen hat“, erzählt Zucker.
Aber das ist für die ehrenamtlichen Helfer ja nicht der Antrieb. Zwar sei es schön, wenn die Lions mal wieder mehr Spiele gewinnen würden, aber solange der Spaß in der „Lions-Familie“ da ist, ist alles gut. Ganz im Sinne des Geistes der Weihnacht.
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