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„Wir haben eine interessante Mannschaft entwickelt“

Trainer Torsten Lieberknecht (Eintracht Braunschweig)

Interview mit Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht – Teil eins.

Von Elmar von Cramon, 22.12.2016.

Braunschweig. Nach der erfolgreich absolvierten Hinrunde in der 2. Fußball-Bundesliga spricht Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht in der nB über die Bilanz, den Kader und die Neuzugänge.

?Wie fällt Ihre Bilanz für das Kalenderjahr 2016 aus?

!Es ist keine Selbstverständlichkeit, sich dort aufzuhalten, wo wir jetzt sind. Das haben wir uns in der Vorbereitung erarbeitet und anschließend tolle Spiele gezeigt. Die Zuschauer sehen eine Mannschaft, die bereit ist, in jedem Spiel ans Maximum zu gehen. Das muss jeden, der Eintracht nahesteht oder mit uns sympathisiert, zufriedenstellen.
In der Vorsaison hatten wir während der englischen Woche nicht genügend Punkte gesammelt und so den Kontakt nach oben abreißen lassen. Wichtig war, dass wir die vergangene Spielzeit im Sommer richtig analysiert haben. Durch die Neuzugänge konnten wir die Mannschaft aufwerten, was wir als dringend notwendig erachtet hatten. Bisher haben wir recht behalten, mit diesem qualitativ hochwertigen Kader in die Saison zu gehen und die Qualität des Konkurrenzkampfes im täglichen Training hochzuhalten.
Meiner Ansicht nach haben wir eine interessante Mannschaft entwickelt, die mithalten kann. Vergleiche ich unsere jetzige Bilanz mit dem was andere im gleichen Zeitraum erreicht haben, bin ich sehr zufrieden. Wir werden uns aber nicht zurücklehnen, sondern konzentriert in die Vorbereitung gehen, um in der Rückrunde unser großes Ziel zu erreichen.

?Mit dem Gewinn der Herbstmeisterschaft war sicherlich nicht zu rechnen. Was hat Sie, abgesehen von Ihrer eigenen Mannschaft, in der ersten Saisonhälfte der zweiten Liga überrascht?

!Es gibt immer wieder Mannschaften, die sich am unteren Rand des Feldes aufhalten, mit denen man dort absolut nicht gerechnet hat. Dazu gehört beispielsweise der FC St. Pauli, der im Vorjahr eine Topsaison gespielt hat. Daneben sieht man Clubs wie Heidenheim oder Sandhausen, die durch Kontinuität in den vergangenen Jahren etwas aufgebaut haben. Es zeigt sich, dass die Liga immer wieder Überraschungen parat hält.

?Drei der vier Mannschaften mit der stärksten Offensive stehen oben. Beobachten Sie eine veränderte taktische Ausrichtung hin zu mehr Offensivdrang?

!Viele Teams, unter anderem Heidenheim und Hannover, setzen wieder auf den klassischen Zwei-Mann-Sturm. Seine Qualität ist aus meiner Sicht nicht zuletzt durch die EM wieder in den Vordergrund gerückt, nachdem einige Underdogs damit erfolgreich waren. Die Mannschaften suchen mittlerweile wieder den Weg nach vorne und agieren gegen den Ball. Im Gegensatz dazu haben wir in der Liga aber auch einige Teams gesehen, die sich sehr defensiv präsentiert haben.

?Wie zufrieden sind Sie mit den Neuzugängen?

!Ohne Einzelne herauszuheben kann man sagen, dass wir gute Jungs hinzubekommen haben und keiner davon enttäuscht hat. Sie haben die Qualität des Kaders erweitert, außerdem sind wir sehr zufrieden, dass der eine oder andere sogar mehr gezeigt hat, als wir auf Anhieb erwartet haben. Bei den Jungs aus Skandinavien wussten wir, dass man aufgrund der hohen Belastung der Ganzjahressaison noch mit Schwankungen rechnen musste. Sehr weh hat uns der Ausfall von Suleiman Abdullahi getan, der in der Vorbereitung gezeigt hat, welche große Qualität er mitbringt.

?Die Abgänge von Emil Berggreen, Gerrit Holtmann und Rafal Gikiewicz konnte ohne Qualitätsverlust ersetzt werden. Ein gutes Omen für die Zukunft?

!Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, vernünftigen Ersatz zu finden, wenn jemand einen anderen Weg einschlagen möchte. Wir haben in kurzer Zeit Spieler ausgebildet, die andere Klubs gern in ihrem Team sehen würden und haben auf diese Weise auch mit der Höhe der Ablösesummen eine neue Qualität erreicht. Dieses Thema wird uns auch in den kommenden Jahren begleiten, das ist normal und gehört zum Geschäft. Schaut man in unsere momentane Mannschaft, sind dort einige Spieler, die auch für andere Klubs interessant sind. Die entscheidende Frage lautet für mich immer, ob jemand mit ganzem Herzen hier ist und den Weg mit uns zusammen durchziehen will. Möchte er das nicht, ist das auch OK, ohne dass bei uns sofort Hektik ausbricht.

?Wie werden Sie Weihnachten verbringen und was sind Ihre Wünsche für das neue Jahr?

!Wir werden traditionelle Weihnachten feiern und werden dieses Jahr in der Region bleiben. Einen kurzen Ausflug in die Pfalz wird es ebenfalls geben. Für 2017 wünsche ich mir Gesundheit für meine Familie, Fans und natürlich unsere Spieler.
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