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Weihnachtsurlaub bei 25 Grad mit Reggaetón und Spanferkel mit Reis

Der Basketballer Howard Sant-Roos verbringt die Feiertage in seiner kubanischen Heimat.

Von Christoph Matthies, 25.12.2011

Braunschweig. Weihnachten feiern in einem sozialistisch-atheistischen Staat: geht das überhaupt? Howard Sant-Roos kann diese Frage mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten. Der Flügelspieler der Spot Up Medien Baskets flog am vergangenen Sonntag in seine Heimat Kuba, wo Fidel Castro das christliche Fest vor mehr als vier Jahrzehnten mit einem Verbot belegte. Zwei Jahre lang hatte Sant-Roos, der vor seinem Engagement in Braunschweig in Mailand lebte, der Karibikinsel keinen Besuch mehr abgestattet.

Trotz der religionsfeindlichen Einstellung der Regierung unterscheide sich Weihnachten auf Kuba gar nicht so sehr von dem Fest, das in Europa begangen werde, erzählt „Howie“ wenige Tage vor seinem Abflug: „Die ganze Familie kommt zusammen, es gibt Geschenke und es wird gut gegessen“, freut sich der Wahl-Braunschweiger auf das feierliche Wiedersehen mit seinen Angehörigen in Havanna, wo er als 14-jähriger Knabe seine Leidenschaft für den Basketball entdeckte. Zuvor hatte der athletische Schlaks in den Straßen der Hauptstadt übrigens mit einem kleineren Ball gespielt: „Baseball ist auf Kuba genauso populär wie Fußball in Deutschland“, verblüfft Sant-Roos mit dem Bekenntnis, dass der real existierende Karibik-Sozialismus in Sachen Sport der gleichen großen Leidenschaft frönt wie der US-amerikanische Klassenfeind 150 Kilometer weiter nördlich.
Was Weihnachten betrifft, so gibt es neben dem gemeinsamen Charakter des Familienfestes aber auch Unterschiede. Während hierzulande die Gans mit Kartoffeln und Rotkohl seit jeher hoch im Kurs steht, gehört zu einem kubanischen Christfest das Spanferkel mit Reis und Bohnen. Statt Weihnachtsliedern dominieren auf den Straßen auch weiterhin die rhythmischen Klänge von Salsa, Merengue und Reggaetón. Den größten Unterschied zu Deutschland erlebt man allerdings bereits, wenn man auf dem „Aeropuerto Internacional“ aus dem Flieger steigt. „Ich habe mit meiner Mutter telefoniert. In Havanna sind momentan 25 Grad“, sehnt sich der 20-Jährige nach dem sonnigen Kontrast zum Braunschweiger Schmuddelwetter. Man hofft für „Howie“, dass er die karibische Leichtigkeit in vollen Zügen genießen möge: Drei Tage vor Silvester, wenn Baskets-Coach Liviu Calin seine Mannschaft erstmals nach dem Fest zum knochenharten Training bittet, wird Havanna schon wieder ganz weit entfernt sein.
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