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Weihnachtsmann im Ruhestand

Muk Kang ist ein Weihnachtsdeko-Asket und freut sich auf die Feier in seiner Gemeinde

Von Daniel Beutler, 27.12.2009

Braunschweig. Der Weihnachtsmann wohnt in Braunschweig – hat seine Schuldigkeit aber schon getan und spielt als Muk Kang Football für die Braunschweig Lions. Vor ein paar Jahren schlüpfte der Lions-Spieler für die Kinder seiner Berliner Kirchengemeinde in die Rolle des Geschenkeverteilers.

Der Cornerback mit koreanischen Eltern ist 1979 in Berlin geboren und aufgewachsen. Vor drei Jahren lief er erstmals für die Braunschweig Lions auf, nachdem er vorher unter anderem für die Berlin Adler gespielt hat. Mittlerweile lebt er im westlichen Ringgebiet, aber mindestens ein Mal im Jahr zieht es ihn zurück in die Bundeshauptstadt: Weihnachten mit der Familie und, ganz wichtig, zur Weihnachtsfeier in seine presbyterianische Gemeinde.
Das aber liegt nicht an einer überzogenen Religiosität. „Wenn es nach meiner Mutter ginge, müsste ich jeden Sonntag in die Kirche, aber tatsächlich klappt das nur ein, zwei Mal im Jahr“, sagt Kang, dessen Vater Kirchenvorstand der Gemeinde ist. Dass er den Gottesdienst am heiligen Abend so gern besucht hat einen anderen Grund: Dort taucht nämlich im Zuge der Feierlichkeiten der Weihnachtsmann auf. „Jedes Jahr verkleidet sich jemand aus der Gemeinde und verteilt Geschenke an die Kinder. Das ist jedes mal wieder ein absolutes Highlight, wenn die Kinder voller Ehrfurcht nach vorne müssen“, berichtet Kang, der sich eben auch schon in dieser Rolle wiederfand. „Dabei habe ich die Frechen und Vorlauten vor der gesamten Gemeinde Gedichte aufsagen lassen“, erinnert sich der Lions-Verteidiger.
Nach dem Gottesdienst wird dann zusammen weiter gefeiert. „Das ist immer wieder toll. Man trifft Freunde von früher und kann sich an dem riesigen koreanischen Buffet bedienen, das auf einem bestimmt zehn Meter langen Tisch steht“, berichtet Kang, den man getrost als Weihnachtsschmuck-Asket bezeichnen kann.
Diese reservierte Haltung hat er von seinen Eltern: „Unsere Wohnung wurde nie groß geschmückt. Früher, als ich noch klein war, hatten wir einen Weihnachtsbaum, aber den gibts auch nicht mehr“, erklärt Kang, dessen ganze festliche Dekoration ein Schoko-Weihnachtsmann in einer Weihnachtstasse ist.
Aber dennoch glaubt der sympathische Deko-Muffel ganz fest an den Weihnachtsmann: „Ja klar gibt es den! Im Grunde kann das doch jeder sein, denn wichtig ist, wofür er steht.“ Kang jedenfalls war es schon einmal. So richtig mit Bart und dickem Bauch.
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