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Weg von den Individualisten und hin zum achten Meistertitel

Cheftrainer Phil Hickey will Bundesliga-Footballer der Lions zurück in die Erfolgsspur bringen.

Von Daniel Beutler, 14.09.2011

Braunschweig. Auf Phil Hickey, Cheftrainer der New Yorker Lions, kommt in den kommenden Monaten viel Arbeit zu. Viel Arbeit für ein Ziel: den Titel.

Eigentlich soll man ja Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, aber im Falle der Strukturen bei den New Yorker Lions kommt einem immer wieder Felix Magath in den Sinn. Als der Fußballlehrer 2007 erstmals den Fußball-Bundesligisten aus Wolfsburg übernahm, vereinte er dort die Posten des Trainers, Geschäftsführers und Sportdirektors in seiner Person. Gleiches gilt für Phil Hickey.
Als Magath in der Autostadt anheuerte, fand er kaum intakte Strukturen und ein heilloses Durcheinander als Erbe seiner Vorgänger. Gleiches gilt für Hickey. Nach einer katastrophalen Saison, gerade dem Abstieg aus der Bundesliga entgangen, sagte Magath bei seiner ersten Pressenkonferenz, er wolle Titel holen. Gleiches gilt für Hickey. Und der VfL Wolfsburg wurde in der folgenden Saison prompt Deutscher Meister. Gilt das auch für die New Yorker Lions?
Die Grundlage dafür zu schaffen ist die Aufgabe des Lions-Headcoaches und seines Trainerteams in der Offseason, der Zeit zwischen dem letzten Spiel der Saison und dem ersten in der neuen Spielzeit, die am Sonnabend eingeläutet wurde. Und dass man den Titel will, macht Hickey auch schnell deutlich. „Nicht abzusteigen ist kein Ziel, das ist Pflicht. Deutscher Meister zu werden ist ein Ziel“, sagt der ehemalige Quarterback. Und wie Magath hat Hickey dafür eine Vision.
Was der Fußballtrainer mit viel Geld schaffte, will Hickey mit viel Talent schaffen. „Ich will weg von der Abhängigkeit von einzelnen Spielern, egal ob es Deutsche oder Amerikaner sind. Es ist nicht meine Vorstellung, dass insbesondere der Angriff von einzelnen Spielern getragen wird“, sagt Hickey. Auf den typischen Positionen die mit US-Spielern, und damit meist individuell sehr starken Akteuren besetzt sind, sieht der Headcoach lieber Teamplayer. Quarterback Mike Friese zum Beispiel sei „sehr, sehr, sehr talentiert.“ Was der 28-Jährige nach seiner vierjährigen Pause geleistet hat, sei erstaunlich. Und das Lob für seine Spieler zieht sich wie ein roter Faden durch alle Positionen. Talent allein gewinnt aber keine Titel.
Deswegen treffen sich die Trainer in dieser Woche, um mögliche Schwachpunkte für die Saison 2012 frühzeitig zu erkennen und zu handeln. Und das sei ein Spiel mit den „A‘s“. Das große „A“ prangt bei Spielern aus den USA als Aufkleber auf dem Helm, nur zwei dürfen gleichzeitig auf dem Feld stehen. „Die Frage wird sein, was braucht unsere Mannschaft“, legt sich der Cheftrainer noch auf keine Personalien fest. Was die Chemie in der Mannschaft angehe, so habe man fast alles, was man braucht. „Uns fehlt nur ein verrückter Hund. Der in den unpassenden Momenten Blödsinn macht“, meint der Headcoach.
Was Hickey und Magath unterscheidet, ist die Philosophie, mit der sie Erfolg haben wollen. Statt totaler Ernsthaftigkeit und Strafenkatalog setzt der Football-Trainer auf den Spaß. Und das ist keine Floskel, sondern er lebt diese Herangehensweise vor. Wer Hickey ohne Lächeln auf den Lippen erwischen will, muss schon sehr früh aufstehen. Richtig ernst wird er nur bei wenigen Sachen. Eine davon soll die Basis für die neue Stärke der Lions bilden: Die Hingabe und der Wille, sich zu messen, soll die Mannschaft von Sieg zu Sieg tragen. Und am Ende zum achten Meistertitel.
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