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Von Mexiko nach Braunschweig: Eintracht und eine Freundschaft

Fußball: Hermann Wilhein wohnt in Puebla und reist trotzdem weiter zu den Spielen der Löwen.

Von Robin Koppelmann, 09.11.2011.

Braunschweig. „Eintracht-Fans sind wir schon seit dem Jahr 1965“, erklären Bernd Wöhler und sein Freund Hermann Wilhein stolz. Doch nicht nur die Vereinsliebe macht ihre Freundschaft besonders: Denn beide trennen derzeit mehr als 10 000 Kilometer.

Während Bernd Wöhler im beschaulichen Parsau bei Wolfsburg die blau-gelbe Fahne hochhält, macht sein alter Jugendfreund Hermann Wilhein selbiges auf der anderen Seite des Atlantiks: Im mexikanischen Puebla. Der Beruf hatte ihrer Fangruppe, die zu besten Zeiten regelmäßig nach auswärts fuhr und über zwölf bis 15 Mitglieder verfügte, den Rang abgelaufen und Wilheins Weg nach Mexiko geführt, wo er für einen Autoproduzenten tätig ist.
„Ich bin dort sesshaft geworden, habe eine Frau gefunden und geheiratet“, erzählt Wilhein am Rande des Heimspiels gegen Union Berlin. Doch auch wenn Mexiko seine neue Heimat geworden ist – einzelne Gastspiele in der „Löwenstadt“ sind weiter Pflicht: „Natürlich werden diese dann immer mit Stadionbesuchen verknüpft“, gibt Wilhein mit einem leichten Schmunzeln zu.
Unverzichtbar bei diesen Besuchen ist Bernd Wöhler, mit dem Wilhein in regelmäßigem Mailkontakt steht. Wöhler kümmert sich um die Ticketbeschaffung, auch wenn dies beim letzten Drittligaspiel gegen Heidenheim ziemlich schwierig wurde: „Da habe ich in der Geschäftsstelle angerufen und meine Situation geschildert. Die hatten Verständnis und ich bekam die Karte“, freut sich Wilhein noch heute.
Aber selbst wenn Braunschweig mal wieder ganz weit weg ist: Die Eintracht bestimmt auch in Mexiko den Alltag und dank des Internets kann die gesamte Familie die Spiele sogar live verfolgen, auch wenn der Wecker dann schon mal um sechs Uhr morgens klingeln muss. Der Nachwuchs ist ebenfalls von den Blau-Gelben schwer begeistert: Wilheins Enkel, Herman Yael, kickt beim Schulsport stets und selbstverständlich im Eintracht-Trikot.
Und auch wenn es gegen Union Berlin nicht zu einem Erfolg reichte: Wilhein wird weiter die lange Reise zu den Eintracht-Spielen antreten: „Meine Freunde haben zwar gesagt, dass es ohne mich wohl besser klappen würde. Aber das kommt natürlich nicht in Frage“, grinst Wilhein, der wohl bereits jetzt schon den nächsten Heimatbesuch plant.
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